Sanders gewinnt Vorwahl im US-Bundesstaat Oregon

AFP
Veröffentlicht 18.05.2016 16:42
Sanders gewinnt Vorwahl im US-Bundesstaat Oregon

Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders hat die Vorwahl im US-Bundesstaat Oregon gewonnen. Favoritin Hillary Clinton siegte in Kentucky - allerdings mit einem so knappen Vorsprung, dass die US-Fernsehsender lange zögerten, sie zur Siegerin zu erklären. Der einzige republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump kündigte derweil zwei außenpolitische Kurswechsel an, sollte er Präsident werden.

Nach Auszählung von 99,8 Prozent der abgegebenen Stimmen lag Clinton in Kentucky bei 46,8 Prozent und damit nur 0,5 Prozentpunkte vor ihrem Rivalen Sanders - was einem Vorsprung von weniger als 2000 Stimmen entsprach. In Oregon kam der linksgerichtete Senator am Dienstag auf 53 Prozent und Clinton auf 47 Prozent der Stimmen.

"Wir haben soeben Kentucky gewonnen", schrieb Clinton noch vor Auszählung aller Stimmen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. "Allen sei Dank, die zur Wahl gegangen sind". Kurz darauf folgte jedoch für sie die Niederlage in Oregon.

Obwohl er Clinton die Kandidatur der Demokraten kaum noch nehmen kann, bleibt Sanders weiter im Rennen, wie er erneut bekräftigte. "Soeben haben wir Oregon gewonnen, und wir werden in Kalifornien siegen", sagte der 74-Jährige vor tausenden Anhängern im kalifornischen Carson. Die Vorwahl im größten US-Bundesstaat findet am 7. Juni statt. Unter riesigen Beifallrufen unterstrich er erneut, dass er bis zur letzten Stimme kämpfen werde.

Sanders punktet vor allem bei jungen Wählern. Clinton hingegen hat Probleme, die jungen Leute sowie die weiße Arbeiterschicht zu begeistern. In Kentucky hoffte die frühere First Lady, ihr Manko bei den Arbeitern wiedergutzumachen. Dort hatte sie 2008 bei der Vorwahl gegen Barack Obama gesiegt, ihr Mann Bill hatte als letzter Demokrat bei einer Präsidentschaftswahl den Staat für sich gewinnen können.

Unterdessen galt der Sieg des Milliardärs Donald Trump bei der Vorwahl der Republikaner in Oregon als sicher. Der einzige übriggebliebene Bewerber im Rennen um die republikanische Präsidentschaftskandidatur rückt damit der Zahl von 1237 Delegiertenstimmen immer näher, die er für seine Nominierung benötigt.

Angesichts seiner voraussichtlichen Nominierung als Präsidentschaftskandidat der Republikaner bemüht sich Trump offenbar um ein gemäßigteres Auftraten. Unter anderem legte er seinen monatelangen erbitterten Streit mit der Starmoderatorin von Fox News, Megyn Kelly, bei: In einem Exklusiv-Interview mit Kelly entschuldigte er sich für einige seiner Wahlkampfpöbeleien, die besonders weit unter die Gürtellinie gingen und deren Opfer oftmals auch die 45-jährige TV-Moderatorin war.

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters kündigte er gleichzeitig einen radikalen Kurswechsel in der Nordkorea-Politik der USA an. Als Präsident würde er mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un reden, um den Konflikt auf der koreanischen Halbinsel zu lösen, sagte Trump. Washington unterhält seit Ende des Koreakriegs 1953 keine diplomatischen Beziehungen zu Pjöngjang und versucht, das kommunistische Land mit harten Sanktionen und internationaler Isolierung von seinem Atomprogramm abzubringen.

Gleichzeitig sprach sich Trump dafür aus, das Klimaabkommen von Paris neu zu verhandeln. Er sei "kein großer Fan" des Abkommens. Es sei für die USA unfair und bevorzuge Länder wie China.

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