Venezuela: Guaidó drängt auf finale Konfrontation

DAILY SABAH MIT DPA
ISTANBUL
Veröffentlicht 30.04.2019 15:45
AP

Im Aufstand des Oppositionsführers Juan Guaidó gegen Präsident Nicolás Maduro in Venezuela haben die regierenden Sozialisten die Bürger zur Verteidigung des Präsidentenpalastes Miraflores aufgerufen.

«Genossen, die Rechten wollen dem Volk seine Erfolge entreißen. Ich lade alle ein - das Volk von Venezuela, die Milizen, die sozialistische Partei - zum Palast von Miraflores zu kommen, um die Revolution, Nicolás und das Erbe von Hugo Chávez zu verteidigen», sagte der Präsident der regierungstreuen Verfassungsgebenden Versammlung und einflussreiche Parteifunktionär Diosdado Cabello am Dienstag.

Verteidigungsminister Vladimir Padrino gelobte der Regierung von Maduro die Treue. «Die Streitkräfte verteidigen die Verfassung und die legitimen Autoritäten», schrieb er auf Twitter. «Alle militärischen Einheiten melden Normalität in ihren Kasernen und Stützpunkten und befinden sich unter der Befehlsgewalt ihrer Kommandeure.»

Zuvor hatte Guaidó sich an der Seite einiger Soldaten gezeigt und die Endphase seiner «Operation Freiheit» eingeläutet. Er rief weitere Einheiten dazu auf, sich ihm anzuschließen und Maduro aus dem Amt zu drängen. Eigenen Angaben zufolge hatten Soldaten am Dienstagmorgen (Ortszeit) den seit Jahren inhaftierten Oppositionsführer Leopoldo López aus dem Hausarrest befreit.

«Militärs haben mich auf Anweisung von Präsident Guaido befreit», schrieb Lopez auf Twitter. Auf Fotos soll er gemeinsam mit Guaido und Soldaten auf dem Luftwaffenstützpunkt La Carlota bei Caracas zu sehen gewesen sein. «Jetzt ist die Stunde», schrieb Lopez auf Twitter.

Der Gründer der Oppositionspartei Voluntad Popular sitzt seit 2014 in Haft. Damals waren bei gewaltsamen Protesten gegen die Regierung mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Ein Gericht verurteilte ihn wegen Anstachelung zur Gewalt zu knapp 14 Jahren Haft. Zuletzt saß der Oppositionsführer wegen seinen umstrittenen Aktionen im Hausarrest.

Der selbst ernannte Interimspräsident Guaidó rief weitere Einheiten des Militärs des südamerikanischen Landes dazu auf, sich ihm anzuschließen. «Die Streitkräfte haben die richtige Entscheidung getroffen. Sie können auf die Unterstützung des venezolanischen Volkes zählen», behauptete er auf Twitter.

Die sozialistische Regierung von Präsident Maduro hingegen sprach von nur einer kleinen Gruppe Soldaten, die sich Guaido angeschlossen haben. «In diesem Moment schalten wir eine kleine Gruppe verräterischer Soldaten aus», schrieb Kommunikationsminister Jorge Rodriguez auf Twitter. «Wir rufen das Volk dazu auf, in maximaler Alarmbereitschaft zu bleiben und gemeinsam mit den glorreichen Streitkräften den Putschversuch abzuwehren und den Frieden zu erhalten.»

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