Selbstmordanschlag im Osten Afghanistans: Mindestens 20 Tote

AFP
DSCHALABAD, Afghanistan
Veröffentlicht 16.06.2018 17:47

Bei einem Selbstmordanschlag auf eine feiernde Menge aus Taliban, Sicherheitskräften und Zivilisten sind in Afghanistan am Samstag mindestens 20 Menschen getötet worden.

Der Selbstmordattentäter, der sich inmitten der Feier zur derzeit geltenden Waffenruhe in die Luft gesprengt habe, habe mindestens 16 weitere Menschen verletzt, teilte ein Behördensprecher in der östlichen Provinz Nangarhar mit. Der Anschlag ereignete sich im Bezirk Rodat.

Seit Dienstag waren die afghanischen Sicherheitskräfte zu einer einwöchigen Feuerpause aufgerufen. Die Taliban hatten ihrerseits alle Kämpfer der Miliz aufgefordert, während der ersten drei Tage des Ramadanfestes die Angriffe auf afghanische Sicherheitskräfte einzustellen. Die US-geführten Nato-Truppen sollten aber weiterhin bekämpft werden. Es war das erste Mal in dem seit dem Jahr 2001 andauernden Konflikt in Afghanistan, dass die Taliban eine Waffenruhe ausriefen.

Am Samstag kündigte Präsident Aschraf Ghani eine Verlängerung der Waffenruhe an und forderte die Taliban auf, die ihrerseits geltende Feuerpause ebenfalls zu verlängern. Im Februar hatte Ghani einen Plan für Friedensgespräche mit den Taliban vorgestellt und deren Anerkennung als politische Partei in Aussicht gestellt. Die Taliban reagierten nicht offiziell auf den Vorschlag. Sie begannen kurz darauf jedoch ihre alljährliche "Frühjahrsoffensive" gegen die afghanische Regierung.

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