Rohingya: Amnesty wirft Armee von Myanmar Menschenrechtsverbrechen vor

AFP
NEW YORK
Veröffentlicht 27.06.2018 13:20
Reuters

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat der Armeeführung von Myanmar Verbrechen gegen die Menschlichkeit vorgeworfen. Armeechef Min Aung Hlaing und zwölf weitere ranghohe Militärs hätten einen "systematischen" Angriff auf die Rohingya-Minderheit im Bundesstaat Rakhine überwacht, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der Organisation. Amnesty forderte eine Verfolgung der Verantwortlichen vor dem Internationalen Strafgerichtshof.

"Die ethnische Säuberung" der Rohingya-Bevölkerung sei "durch eine unerbittliche und systematische Kampagne erzielt" worden, bei der die Sicherheitskräfte von Myanmar "tausende Rohingya töteten, darunter kleine Kinder", heißt es in dem Amnesty-Bericht. Die Menschenrechtsorganisation wirft den Sicherheitskräften zudem sexuelle Gewalt, Folter, Vertreibung sowie das Niederbrennen von Märkten und Ackerland vor.

Einige der ranghohen Militärs hätten die Aufsicht über Einheiten gehabt, die die mutmaßlichen Gräueltaten direkt begangen hätten. Andere hätten von den Taten Untergebener gewusst, aber nichts unternommen, um dies zu verhindern, zu stoppen oder zu bestrafen.

Der Amnesty-Bericht ist der erste Versuch, ranghohe Vertreter direkt zu benennen und mit der Gewalt in Verbindung zu bringen. Für den 186 Seiten langen Bericht wurden Satelliten-Aufnahmen, forensische Analysen und geheime Militärdokumente ausgewertet.

Die muslimische Minderheit der Rohingya wird in Myanmar seit langem diskriminiert. Die Lage eskalierte im vergangenen Jahr, nachdem Rohingya-Rebellen bei Angriffen rund ein Dutzend Sicherheitskräfte getötet hatten. Mehr als 700.000 Rohingya flohen seit August vergangenen Jahres ins benachbarte Bangladesch.

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