Nobelpreisträger Pamuk bildet den Roman „Museum der Unschuld“ in London nach

AFP
LONDON
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Nobelpreisträger Pamuk bildet den Roman „Museum der Unschuld“ in London nach

Vitrinen gefüllt mit banalen aber ergreifenden Objekten, wie Parfümfläschchen, Zahnprothesen und Postkarten, sind das Herzstück einer Londoner Ausstellung vom türkischen Nobelpreisträger Orhan Pamuk. Die Ausstellung wurde am Dienstag präsentiert.

Die einzigartige Zusammenarbeit zwischen dem 63-jährigen Autor und der Somerset House Galerie bildet seinen 2008 Roman „Das Museum der Unschuld" nach.

Der Roman erzählt die Geschichte des wohlhabenden Gesellschaftslöwen Kemal Bey und seiner schönen Cousine zweiten Grades Füsun durch Alltagsgegenstände, die eine emotionale Bedeutung ihrer unglücklichen Romanze annehmen.

Der 2008 RomanPamuks Roman führte bereits zur Erstellung des Museums der Unschuld in Istanbul, die in 2012 eröffnet wurde.

„Wir sind glücklich in einer guten Galerie zu sein. Die Kisten kommen aus Istanbul und sind eine Auswahl unserer Arbeit, die ich am besten mag, weil sie so schön aussehen", sagte er der AFP.

„Dies sind Objekte, die Sie auf den Nachttischen, zu der Zeit finden, würden. Der Roman ist auch autobiographisch", fügte er hinzu.
Die Ausstellung, die ab Mittwoch bis zum 3. April laufen wird, besteht aus 13 der 83 Vitrinen, die man am Istanbuler Museum bestaunen kann. Die 83 Vitrinen entsprechen den 83 Kapiteln des Buches.

„Zum Beispiel ist die Box 74 über den Tod von Kemals Vater", erklärte der Autor.

Die Objekte werden durch Ausschnitte des Dokumentarfilm „Innocence of Memories" („Unschuld der Erinnerungen") ‚kontextualisiert'. Der Dokumentarfilm des britischen Filmemachers Grant Gee hatte Premiere dieses Jahr bei dem Filmfestival in Venedig und wird am Dienstag in London ihr Debut feiern.

Im Film enthüllt Pamuk, dass er „den Roman und das Museum zugleich" konzipiert hat.

„Je mehr Objekte ich sammelte, je mehr schrieb ich", sagte er. „Jedes gesammelte Objekt stellt einen Moment in seiner Geschichte dar."
„Die Linien, die die Objekte verbinden, erstellen Geschichten und die Zeilen, die Momente verbinden, erschaffen Zeit."

Allerdings bestritt er den gleichen philosophischen Pfad des französischen Schriftsteller Marcel Proust zu folgen. Marcel Proust erforschte die Auslösung von Erinnerungen durch eine Madeleine, einem kleinen französischen Kuchen in „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit".

„Proust hat seine Madeleine, die auf unfreiwillige Erinnerungen basiert. Mein Kemal ist kein Proust, weil er sich bewusst erinnern möchte", erklärte er. „Kemal ist ein selbstbewusster Prouster."

Somerset House Direktor Jonathan Reekie befindet sich in Gespraechen für die Ausstellung, die drei Zimmer der Grand Central London Galerie einnimmt, in mehreren Ländern zu präsentieren, wie Belgien, Frankreich und die USA.

Unterdessen hat Pamuk gerade seinen neuen Roman „Die rothaarige Frau" beendet, der am 2. Februar in Istanbul veröffentlicht wird.

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