Europol: PKK hat Türken in Europa im Visier - Viele Angriffe registriert

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 17.06.2017 14:42
Aktualisiert 17.06.2017 14:44
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Die Terrororganisation PKK habe im vergangenen Jahr in ganz Europa türkische Institutionen und Privateigentum angegriffen, das geht aus einem Bericht der „Strafverfolgungsbehörde der Europäischen Union" (Europol) hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wurde. Die PKK wird von der Türkei, den USA und der EU als terroristische Organisation aufgeführt.

„In mehreren EU-Mitgliedsstaaten gab es eine Reihe von Vorfällen, die auf türkische Institutionen, kulturelle Räumlichkeiten und Immobilien abzielten", so der Europol-Bericht.

Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Rumänien und die Schweiz seien jene Länder, in denen die PKK offen Propaganda- und Anwerbe-Aktivitäten durchführe, so die Publikation mit dem Titel „Die EU-Terrorismus-Situation und der Trendbericht 2017".

„Fünf IED-Angriffe gegen türkische Regierungsgebäude und kulturelle Verbände wurden aus Frankreich gemeldet, Belgien berichtete von Konflikten zwischen türkischen und kurdischen Gruppen, im Zusammenhang mit Brandstiftung und dem Besitz von Sprengstoffen. (…) Deutschland meldete verschiedene Vorfälle", so der Bericht.

Türkisches Eigentum und türkische Institutionen wären beschädigt worden. Der Schaden belaufe sich auf mindestens zwei Millionen Euro", so Europol.

Laut Europol berichtete Italien von Rekrutierungsaktivitäten unter kurdischen Migranten, um kurdische Milizen in Konfliktgebieten zu unterstützen oder für die PKK in Europa aktiv zu werden.

Die Schweiz erklärte gegenüber Europol, dass die PKK im Jahr 2016 möglicherweise eine Reihe ideologischer Trainingslager für ihre Jugend in abgelegenen voralpinen Gebieten organisierte.

Der Bericht zeigt, dass die „Revolutionäre Volksbefreiungsfront" (DHKP-C), eine marxistisch-leninistische Terrorgruppe, die gegen den türkischen Staat kämpft, ein breites Netzwerk in mehreren EU-Mitgliedsstaaten besitzt und „den Mitgliedern in der Türkei finanzielle und logistische Unterstützung bietet".

Obwohl die Gruppe ihre Tätigkeit in der EU eingestellt habe, sei sie „in der Türkei aktiv und führte fünf Angriffe aus, die auf Polizei-, Justiz- und Regierungsangestellte abzielten", so der Bericht.

„Die DHKP-C hat in der EU keine Anschläge verübt, sondern betreibt ein Netzwerk in mehreren EU-Mitgliedsstaaten, die den Mitgliedern in der Türkei finanzielle und logistische Unterstützung bietet, deren Strukturen in der EU teilweise unter dem Deckmantel einer rechtlich legitimierten Vereinigungen stehen. Ein niederländischer Staatsbürger wurde in Deutschland wegen der Terrorismusfinanzierung im Zusammenhang mit der DHKP/C verhaftet."

Europol veröffentlichte auch eine Gesamtbilanz von Terroranschläge in Europa. Demnach sind in den letzten 28 Jahren 142 Menschen getötet und 379 Weitere verletzt worden.

Außerdem sollen 2016 1.002 Personen wegen terroristischer Straftaten verhaftet worden sein.

„Frankreich ist der einzige Mitgliedsstaat, in dem die Gesamtzahl der Verhaftungen weiter zunimmt: von 238 im Jahr 2014 auf 424 im Jahr 2015 und auf 456 im Jahr 2016".

Die 1978 gegründete Terrororganisation PKK hat ihren jahrzehntelangen Terror gegen den türkischen Staat im Juli 2015 wieder aufgenommen.

Seitdem haben mehr als 1.200 Menschen, darunter Sicherheitskräfte und Zivilisten, ihr Leben verloren, während die terroristische Gruppe etwa 10.000 Militanten verloren hat, die entweder von türkischen Sicherheitskräften getötet oder in Anti-Terror-Operationen verhaftet wurden.

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