„Covestro“-Mitarbeiter erhalten Mail mit Dienstreiseverbot für die Türkei

BURAK ALTUN @burakaltun_DS
ISTANBUL
Veröffentlicht 27.07.2017 13:16
DPA

Die kürzlich verkündete Reisewarnung des deutschen Außenministeriums bezüglich der Türkei scheint teilweise zu fruchten. Bisher schienen die in der Türkei tätigen deutschen Unternehmen sich nicht wirklich davon beeinflussen zu lassen – jedenfalls sah es danach aus, denn dies wurde auch von verschiedenen Sprechern der großen deutschen Unternehmen bestätigt, darunter auch von der Bayer AG.

Das dem nicht unbedingt immer so ist, wurde erst kürzlich deutlich. Das Werkstoff-Unternehmen Covestro ist ein Unternehmen der Bayer AG, diese besitzt 41% der Anteile. Am 24. Juli stellte das Sicherheitsmanagement der Firma anscheinend ein Verbot für Dienstreisen in die Türkei aus. Auch wenn die Herkunft und der Absender nicht unabhängig geprüft werden können, ist der Inhalt mehr als deutlich.

Darin steht im konkreten: „Aufgrund der jüngsten Entwicklungen in der Türkei gilt für Covestro-Mitarbeiter ab sofort ein temporäres Reiseverbot für Dienstreisen in die Türkei. Dies betrifft ebenfalls die Flughäfen der Türkei, welche bis auf Weiteres nicht als Zwischenstopp genutzt werden dürfen. Für private Reiseunternehmen empfiehlt Corporate Security Ihnen die amtlichen Reisehinweise in die Türkei zu beachten. Diese Situation wird weiterhin beobachtet und wichtige Entwicklungen werden unmittelbar kommuniziert."

Ein klares Verbot also. „Unser Engagement in der Türkei ist langfristig orientiert und wird grundsätzlich nicht wegen vorübergehenden Krisen hinterfragt, so wie es in der Vergangenheit bereits mehrmals der Fall gewesen ist", sagte Hans-Bernd Schmitz, Sprecher der Bayer AG noch kürzlich gegenüber Daily Sabah. Anscheinend betreffen diese Aussagen nicht die Tochterunternehmen oder agieren diese unabhängig, ohne Absprache mit der Bayer AG? Eine Stellungnahme fehlt bisher, auch wenn die Nachricht im Netz bereits viral ging.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen