Integrationsbeauftragte Özoğuz besucht attackierte Moschee in Halle

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HALLE
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Nach den Luftgewehrschüssen auf das Gebäude des islamischen Kulturzentrums in Halle in Sachsen-Anhalt hat die Integrationsbeauftragte Aydan Özoğuz (SPD) die Gemeinde besucht. Übergriffe wie dieser zeigten, "dass die lauter werdende Hetze gegenüber Muslimen bei manchen Menschen offensichtlich die Hemmschwelle für Gewalt senkt", erklärte Özoğuz am Mittwoch. Es müsse "uns alle alarmieren, dass der verbalen Hetze immer häufiger Taten folgen".

Vor knapp zwei Wochen hatten Unbekannte vermutlich mit einem Luftgewehr auf das islamische Kulturzentrum in Halle-Neustadt geschossen. Ein 34-jähriger Syrer wurde durch ein sogenanntes Diabolo an der Hand verletzt. Die Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Es war nicht der ersten Angriff gegen das 1993 gegründete Zentrum.

"Wir dürfen nicht zulassen, dass der islamfeindliche Ton in Teilen des politischen Diskurses Gewalttätern eine vermeintliche Rechtfertigung gibt", warnte Özoğuz. Es sei "unerträglich", wenn Muslime, aber auch Juden wegen ihrer Religionszugehörigkeit Anfeindungen und Angriffen ausgesetzt seien.

Ein aktives muslimisches Gemeindeleben und sichtbare Moscheen seien Teil der gesellschaftlichen Realität, was auch zu Spannungen führen könne. Umso so wichtiger sei es, miteinander zu reden. "Wir müssen Hetzern und ihren Attacken klare Grenzen setzen - auf allen Seiten", forderte Özoğuz.

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