Brandanschlag auf türkischen Kulturverein in Ahlen

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht
IHA

In der Nacht zu Montag haben unbekannte Täter einen Brandanschlag auf einen türkischen Kulturverein in der Rottmannstraße in Ahlen verübt. Polizei und Staatsschutz ermitteln bereits in alle Richtungen.

Auch wenn der sichtbare Sachschaden gering ist, die Wirkung ist umso größer: Ein Brandanschlag auf den türkischen Kulturverein „Ülkü Ocagi" im Nordrhein westfälischen Ahlen in der Nacht zu Montag hat die Bürger in Aufruhr versetzt – auch der Staatsschutz hat sich der Sache bereits angenommen. Die Polizei sieht in der Tat einen Zusammenhang mit der bundesweiten Anschlagserie gegen türkische Einrichtungen und Moscheen, wie Andreas Bode, Sprecher des Polizeipräsidiums Münster, im Gespräch mit den „Westfälischen Nachrichten" erklärt haben soll.

„Gegen 2.10 Uhr sind Brandsätze gegen die Fassade geworfen worden", wird Bode zitiert. Ein weiterer Brandsatz habe die Scheibe der Fahrertür eines schwarzen Mercedes durchschlagen – der zum Tatzeitpunkt vor der Eingangstür gestanden habe. Glücklicherweise habe die Zündung fehlgeschlagen. Bei dem Anschlag sei es zu geringem Sachschaden gekommen, jedoch nicht zu Verletzten.

Ein politisches Motiv bei dem Brandanschlag hielten die Behörden für nicht unwahrscheinlich, weshalb der Staatsschutz bereits die Ermittlungen aufgenommen habe.

Nun würden die Daten geprüft, um festzustellen, inwieweit ein Zusammenhang zu den anderen bundesweiten Straftaten vom Wochenende bestehe. Anschlagsziele waren unter anderem türkische Moscheen sowie Einrichtungen in Berlin-Reinickendorf, Meschede und Lauffen bei Heilbronn.

In den sozialen Medien waren Schreiben von verschiedenen PKK-nahen Gruppen aufgetaucht, die zur Gewalt gegen türkische Einrichtungen aufgerufen hatten. Darin waren europaweit Gewalt und Zerstörung angekündigt worden: „Egal wie und egal was an diesem Tag brennt, Europa muss verstehen, dass wir nicht zulassen werden, dass Efrin fällt." Der Bundesvorsitzende der Kurdischen Gemeinde appellierte indes an kurdischstämmige Menschen in Deutschland, „sich von niemandem gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung instrumentalisieren zu lassen".

Auch das türkische Außenministerium hatte bereits eine Erklärung abgegeben, worin die deutschen Behörden aufgefordert werden, die Vorfälle aufzuklären und die Verantwortlichen vor Gericht zu bringen.

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