AfD-Anfrage geht nach hinten los: Die meisten Messerstecher haben deutsche Herkunft

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 30.03.2019 15:35
Aktualisiert 30.03.2019 15:37
DPA

Die AfD in Saarland wollte in einer Polizei-Anfrage ihr Vorurteil bestätigt wissen, dass die meisten Messerangreifer in Deutschland aus islamischen Ländern stammen und daher mit für den Kulturraum typischen Vornamen zu identifizieren sind. Die Erkenntnis aus der Statistik? Enttäuschend – jedenfalls für die sogenannte Alternative für Deutschland.

Anlass für die seltsam anmutende Anfrage gab eine Polizei-Statistik für Saarland aus dem vergangenen Jahr. In dieser geht hervor, dass 842 von 1490 Tatverdächtigen die deutsche Staatsbürgerschaft besitzen. 122 kommen aus Syrien, 36 aus Afghanistan; damit gab sich die AfD jedoch nicht zufrieden. So musste das Deutschsein einem weiteren Kriterium unterzogen werden – der Namensprüfung.

Die Täter wurden daher zusätzlich durch den Namensfilter gezogen, wobei die Häufigkeit der erwähnten Namen zusammengezählt wurde. Aber auch hier blieb wohl das erhoffte Ergebnis aus. Denn die ersten Plätze teilten sich nicht Ali, Mehmed und Ahmed: sondern Michael (24), Daniel (22) und Andreas (20). Gefolgt von Sascha (15) und Thomas (14). Keine typische Namen für Menschen mit Migrationshintergrund – schon gar nicht aus dem muslimischen Kulturkreis. Doch auch weiter hinten in der Statistik lassen sich nur typisch deutsche Namen finden: Christian (13), Manuel (13), Patrick (13), David (12), Jens (12), Justin (11) und Sven (11).

In 14 der 842 Fälle hatten die Tatverdächtigen neben der deutschen eine zweite Staatsangehörigkeit - in vier Fällen eine türkische, in drei eine kasachische sowie in jeweils zwei Fällen eine syrische und italienische. Drei weitere Verdächtige hatten zudem jeweils eine französische, georgische und eine russische Staatsangehörigkeit.

Auch die AfD-Behauptung, wonach 289 Tatverdächtige angeblich eine unbekannte Nationalität hätten, erwies sich als haltlos. So waren die Täter lediglich nie erfolgreich ermittelt worden.

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