Weitere Drohmail nach Festnahme von Tatverdächtigem aufgetaucht

AFP
BERLIN
Veröffentlicht 09.04.2019 14:34
DPA Symbolbild

Nach der Festnahme eines Tatverdächtigen wegen einer Serie von E-Mails mit rechten Gewaltandrohungen ist erneut ein Drohschreiben aufgetaucht.

Dieses richte sich unter anderem an die Berliner Generalstaatsanwaltschaft, sagte ein Justizsprecher der Nachrichtenagentur AFP am Dienstag. Zuvor hatte das ARD-Magazin "Kontraste" darüber berichtet. In der Mail droht eine unbekannte Gruppe dem Bericht zufolge mit der Entstehung einer neuen Terrorgruppe.

"Wir nehmen das sehr ernst", sagte der Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft. Aktuell müsse von mindestens zwei Tätern ausgegangen werden. Ob und inwieweit diese zusammengearbeitet hätten, sei Gegenstand der Ermittlungen. Am Wochenende war ein Mann aus Schleswig-Holstein verhaftet worden, der für mehr als 200 mit "Nationalsozialistische Offensive", "NSU 2.0" oder "Wehrmacht" unterschriebene Drohmails verantwortlich sein soll.

Diese waren bundesweit an Gerichte und Behörden, Institutionen, Politiker, Anwälte, Journalisten und Prominente verschickt worden. Dem Beschuldigten wird unter anderem die Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten vorgeworfen.

Die neue Mail richtet dem "Kontraste"-Bericht zufolge unter anderem gegen die Berliner Generalstaatsanwältin. "Sie möchten sicher nicht, dass eines Tages Frau Generalstaatsanwältin Margarete Koppers etwas zustößt, oder?", zitierte die ARD aus dem Schreiben. In der Mail fordert demnach eine bislang unbekannte Gruppe, die sich "Staatsstreichorchester" nennt, 100 Millionen Euro in der Kryptowährung Monero.

Sollte ihre Forderung nicht erfüllt werden, droht die Gruppe mit Gewalttaten. Wörtlich heißt es dem Bericht zufolge, dass sich "kein Jude, Moslem" oder linker Politiker und Journalist mehr sicher fühlen könne. Das Schreiben wurde demnach am frühen Sonntagabend verschickt, einen Tag nach der Verhaftung des 31-jährigen Tatverdächtigen aus Schleswig-Holstein.

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