Bürgermeister von Thessaloniki von Rechtsextremisten attackiert

DAILY SABAH MIT DPA
ISTANBUL
Veröffentlicht 20.05.2018 14:06
Aktualisiert 20.05.2018 14:12
EPA

Eine Gruppe von Rechtsextremisten hat am Samstagabend den Bürgermeister der nordgriechischen Hafenstadt Thessaloniki, Yiannis Boutaris, angegriffen und dabei verletzt. Aufgrund seiner Kopf-, Rücken- und Beinverletzungen musste der 75-Jährige ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Zuvor hatte er an einer Gedenkveranstaltung teilgenommen, die der sogenannten „Griechenverfolgung im Osmanischen Reich" (1914 – 1923) gedachte.

Mehrere Rechtsextremisten sollen den Bürgermeister schon zu Beginn der Veranstaltung zum Verlassen der Veranstaltung gedrängt haben. Später folgten Beschimpfungen – dann flogen Flaschen und andere Gegenstände in seine Richtung.

Auf den Videoaufnahmen ist zu sehen, wie Boutaris zeitweise zu Boden fällt und Tritte abbekommt - bis er sich schließlich ins Auto retten kann und weggefahren wird,

Der Bürgermeister ist für seine stark anti-nationalistische Haltung bekannt. Aufgrund dessen wird er von Hardlinern in Griechenland angefeindet, die sich an seinen Äußerungen über Mazedonien, die Türkei und Israel ärgern.

In Vergangenheit hatte er Mustafa Kemal Atatürk als eine „große Führungspersönlichkeit" bezeichnet. Dieser ist aufgrund der Historie nicht sonderlich beliebt. Atatürk stammt aus Thessaloniki, einer ehemals osmanischen Stadt.

Das Büro von Ministerpräsident Alexis Tsipras bezeichnete die Angreifer als „rechtsextreme Verbrecher". Alle Parteien mit Ausnahme der rechtsextremistischen „Goldenen Morgenröte" verurteilten die Attacke.

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