Auto fährt in Absperrung vor Londoner Parlament - Verletzte

AFP
LONDON
Veröffentlicht
Reuters

London ist erneut Schauplatz einer mutmaßlichen Terrortat geworden: Ein Mann lenkte am Dienstagmorgen ein Auto in die Absperrung vor dem britischen Parlament und verletzte mehrere Menschen, wie die britische Polizei mitteilte. Der Mann Ende 20 sei unter dem Verdacht terroristischer Straftaten festgenommen worden, erklärte Scotland Yard. Die Anti-Terror-Polizei leitete die Ermittlungen.

Zunächst war lediglich von einem "Zusammenstoß" die Rede, dann erklärte die Londoner Polizeibehörde Metropolitan Police im Kurzbotschaftendienst Twitter, sie ermittle in alle Richtungen, das Kommando zur Terrorbekämpfung übernehme aber die Leitung der Untersuchung. Schließlich erklärte die Polizei, sie behandle die Geschehnisse als "terroristischen Vorfall".

Bewaffnete Polizisten umzingelten den silberfarbenen Ford Fiesta unmittelbar nachdem er um 08.37 Uhr (MESZ) in die Absperrung vor dem Westminsterpalast gerast war. Bilder auf Twitter zeigten die Beamten, wie sie ihre Waffen auf den Fahrer richteten und ihn zum Aussteigen zwangen. Weitere Bilder zeigten den Mann in Handschellen, gekleidet in Jeans und eine schwarze Daunenjacke. Die Straßen in der Umgebung blieben zunächst abgesperrt.

Nach Angaben der Polizei befand sich außer dem Mann niemand in dem Auto. Waffen wurden zunächst nicht gefunden.

Die Augenzeugin Ewalina Ochab sagte der Nachrichtenagentur Press Association (PA), sie habe Schreie gehört und sich daraufhin umgedreht. "Ich sah ein silbernes Auto, das sehr schnell fuhr", sagte sie. Es habe nach einer "absichtlichen" Aktion ausgesehen. Der Augenzeuge Jason Williams beschrieb, wie das Auto mit hoher Geschwindigkeit gegen einen Poller fuhr. "Es sah nicht wie ein Unfall aus."

Keiner der Verletzten schwebte nach ersten Erkenntnissen in Lebensgefahr. Der Londoner Rettungsdienst teilte mit, es seien zwei Menschen vor Ort behandelt und in ein Krankenhaus gebracht worden.

Die britische Premierministerin Theresa May dankte den Einsatzkräften auf Twitter für ihre "umgehende und mutige Reaktion".

Westminster war bereits im vergangenen Jahr Schauplatz eines Terroranschlags gewesen. Ein Attentäter fuhr im Juni auf der Westminsterbrücke mit einem Auto Fußgänger an, bevor er vor dem Parlament einen Polizisten mit einem Messer erstach. Der 52-Jährige tötete dabei fünf Menschen und verletzte dutzende weitere, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Die Sicherheitslage in Großbritannien ist angespannt. Im vergangenen Jahr wurde das Land fünf Mal Ziel eines Anschlags - vier Mal in London und ein Mal in Manchester. Dabei wurden insgesamt 36 Menschen getötet. Wegen der Terrorgefahr herrschen im gesamten Land strenge Sicherheitsvorkehrungen. Zuletzt waren im September bei einer Explosion in der Londoner U-Bahn 30 Menschen verletzt worden.

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