Frankreich: PKK-Sympathisanten greifen Europarat und EGMR an

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht
Reuters Archiv

Die französische Polizei hat am Dienstag 14 randalierende Unterstützer der Terrororganisation PKK festgenommen.

Polizeikreise teilten der Nachrichtenagentur Anadolu mit, dass die aggressive Gruppe versucht habe, in das Gebäude des Europarats und des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) einzudringen. Dabei sei Sachschaden entstanden.

Außerdem sei die Polizei mit Steinen und Stöcken beworfen worden, wodurch sieben Beamte verletzt worden seien.

Die Polizei musste mit Tränengas einschreiten, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. 14 Personen wurden festgenommen.

Die Kundgebung war offiziell als Protest gegen die angeblich schlechten Haftbedingungen vom inhaftierten PKK-Führer Abdullah Öcalan angemeldet.

Dafür hatten sich laut Angaben der Polizei Sympathisanten aus Frankreich, Deutschland, der Schweiz und anderen nahe gelegenen Staaten versammelt.

Die PKK wurde 1978 gegründet und kämpfte bis Anfang der 2000er Jahre gegen die türkische Regierung für ein unabhängiges Kurdistan. Mit der Zeit änderten sie ihr Ziel und streben nun nach Autonomie in den hauptsächlich kurdischen Gebieten. Die PKK wird in der Türkei, den Vereinigten Staaten und der EU als Terrororganisation eingestuft. Sie nahmen ihren bewaffneten Kampf nach dem Waffenstillstand Ende Juli 2015 wieder auf.

Die PKK ist seit 1993 in Deutschland verboten, dennoch ist sie bundesweit nach wie vor aktiv. Mitglieder der Organisation nutzen Europa und insbesondere Deutschland als Rückzugs- und Rekrutierungsgebiet. Laut Bundesverfassungsschutz leben in der Bundesrepublik derzeit etwa 14.000 Anhänger.

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