Älteste osmanische Moschee in Söğüt immer noch in Betrieb

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 20.07.2017 16:58
Aktualisiert 21.07.2017 12:29
AA

Im 13. Jahrhundert von Ertuğrul Gazi im Bezirk Söğüt der Provinz Bilecik beschlossen, wurde die erste Moschee mit einer Kapazität für 40 Personen errichtet und gilt heute als das erste historische Gebäude, das von den Osmanen erbaut wurde. Jedes Jahr zieht die Moschee Tausende von Touristen an.

Bekannt als das geistige Oberhaupt des Osmanischen Reiches, war Ertuğrul Gazi auch der Vater von Osman Bey, bekannt als der erste osmanische Sultan. Ertuğrul Gazi gründete die Moschee neben einem Brunnen.

Die Moschee und der Brunnen wurden während der griechischen Invasion schwer beschädigt, der Brunnen wurde erst während der Restaurationsarbeiten entdeckt, die von der Regionaldirektion der Stiftungen in Burda im Jahr 2011 ins Leben gerufen wurde. Nach den Restaurationen wurde die Moschee am Freitag den 29. Juli 2011 für das öffentliche Gebet freigegeben.

Professor Taner Bilgin aus der Abteilung für Geschichte der „Şeyh Edebali Universität", sprach mit der Nachrichtenagentur Anadolu und betonte, dass der Ort Söğüt die erste osmanischen Siedlung beherbergte. Bilgin fügte hinzu, dass Gazi Ertuğrul die Moschee gegründet habe, um die religiösen Bedürfnisse seines Volkes bei der Ankunft im Bezirk zu befriedigen. Die erste Siedlung habe 400 Zelte umfasst.

Bilgin wies darauf hin, dass die Moschee irgendwann vor 1280 gebaut wurde, es gebe jedoch keine detaillierten überlieferten Berichte. Schriftliche Aufzeichnungen wurden im osmanischen Reich bis in die 1300er Jahre nicht unternommen, was es heute unmöglich macht, den genauen Zeitpunkt der Konstruktion zu ermitteln. Trotz des Mangels an Informationen, weisen archäologische Ausgrabungen in der Region auf Spuren mehrerer historischer Kirchen hin. Für orthodoxe Griechen gilt die Quelle des Brunnens als heilig.

Lokale Legenden deuten darauf hin, dass Ertuğrul Gazi das Land von einem nicht-muslimischen Besitzer gekauft hat. Dies soll auch heute noch die nichtmuslimische Gemeinschaft erregen, die auch damals schon die Ankunft von Ertuğrul Gazi und den Türken allgemein nicht wohlwollend hinnahm.

Um die Migration der Türken zu erzwingen, vergiftete man damals sogar das Wasser des Brunnens mit einer Substanz, die zu Müdigkeit und Krankheit bei den Menschen führte. Auch wenn Ertuğrul Gazi bestrebt war, eine Lösung für das Problem zu finden, scheiterte er.

Der Fund des Brunnen wird in einer Legende beschrieben. Eines Tages, als er seine täglichen Gebete durchführte, soll er eingeschlafen sein und davon geträumt haben, dass Bäume neben der Moschee zu wachsen begannen. Als er erwachte, grub er den Brunnen auf bis er Wasser fand. Er soll drei Tage lang alleine gegraben haben, ohne dass jemand etwas mitbekam. Er ließ dann die Qualität des Wassers drei Tage lang von seinem Pferd testen.

„Das war eine wichtige Tradition unter den Osmanen: Zunächst kostete er das Wasser selbst und gab es seinem Pferd, bevor er seiner Gemeinschaft verkünden konnte, dass man es sicher trinken kann. Ertuğrul baute diese Moschee, um den Griechen zu zeigen, dass der Islam eine Religion der Gerechtigkeit und des Mitgefühls ist", erklärte Bilgin.

Die Moschee werde als „Masdschid mit Brunnen" bezeichnet, obwohl sie ursprünglich als „ Masdschid von Ertuğrul Gazi" betitelt worden wäre, so Bilgin.

Das Gebäude wurde zwischen 1402 und 1902 restauriert, jedoch nicht so, dass es mit seiner ursprünglichen Struktur übereinstimmte. Die Wiederherstellung des ursprünglichen Gebäudes fand während der Herrschaft von Sultan Abdülhamid II. statt.

Der Imam des Moschee, Şahin Mülayim, stellte fest, dass die Moschee nicht nur als eine Moschee betrachtet wird. Wenn Besucher etwas über die Geschichte der Moschee hörten, wären sie erstaunt zu erfahren, dass der Ort Heimat und Zentrum in der Lebenszeit von Ertuğrul Gazi war.
Derzeit würden dort täglich die fünf Gebete durchgeführt werden und ebenso die „Tarawih"-Gebete an den Abenden des Fastenmonats Ramadan.
Außerdem wird in der Moschee an jedem 100. Freitag Essen serviert. Damit setzte man eine jahrhundertealte Tradition fort.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen