Niederlande: Aquarell von Adolf Hitler an Geschichtsinstitut gespendet

AFP
DEN HAAG
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Eine anonyme Spenderin hat dem Nationalen Institut für Kriegs-, Holocaust- und Genozidstudien (NIOD) in Amsterdam ein Aquarell von Adolf Hitler vermacht. "Die Frau wollte das Bild nicht bei sich zu Hause haben und zwei niederländische Auktionshäuser weigerten sich, es zum Verkauf anzubieten", berichtete die niederländische Tageszeitung "De Volkskrant" am Samstag. Das Aquarell zeige einen Turm in Wien.

Der Spenderin zufolge hatte ihr Vater das Bild auf einem Briefmarken- und Münzmarkt für 75 Cent erstanden. Er sei sich erst anschließend bewusst geworden, dass es die Signatur "A. Hitler" trug, berichtete "De Volkskrant".

Das NIOD habe das Gemälde bereits vor einigen Monaten erhalten. Laut des Instituts hat ein anschließender monatelanger Verifizierungsprozess zu dem Ergebnis geführt, dass "es ein Original aus der Hand von Adolf Hitler ist". Durch die Annahme der Spende habe das NIOD verhindert, dass das Gemälde auf den offenen Markt kommt, sagte der Institutsleiter Frank van Vree der niederländischen Zeitung.

"Zwischen 1909 und 1913 verdiente Hitler sein Brot mit dem Verkauf von bemalten Postkarten", schrieb "De Volkskrant" weiter. Der spätere Diktator habe in dieser Zeit 2000 bis 3000 Karten produziert, bei 800 davon sei die Existenz heute bekannt.

Der Großteil der Kunstwerke Hitlers befindet sich der Zeitung zufolge in privaten Kollektionen in Österreich, Großbritannien, Deutschland und den USA. Die US-Armee sei noch im Besitz von vier Werken, die sie während des Krieges konfisziert habe.

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