DAC-Statistik: Türkei gehört zu großzügigsten Geberländern

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht
IHA

Laut Statistik des OECD-Entwicklungsausschusses (DAC), gemessen am Anteil des Bruttonationaleinkommens (BNE), gehört die Türkei weltweit zu den großzügigsten Geberländern im Jahr 2017. Deutschland konnte mit seinen Hilfszahlungen noch nicht mal den UN-Mindestwert erreichen.

Die Türkei leistete demnach 2017 insgesamt 8,07 Milliarden Dollar an Geldzahlungen und gab damit 0,85 Prozent ihres BNEs für humanitäre Hilfe aus. Im Vergleich dazu: Bei den USA beträgt dieser Wert gerade mal 0,18 Prozent.

Von den DAC-Mitgliedsländern, zu denen die Türkei offiziell nicht gehört, haben in diesem Zeitraum nur Norwegen Luxemburg und Schweden einen größeren BNE-Anteil für humanitäre Hilfszahlungen aufgebracht.

Die Einnahmen verzeichneten insgesamt einen Rückgang von 0,6 Prozent und beliefen sich damit auf rund 146,6 Milliarden US-Dollar. Dem kumulierten BNE der DAC-Mitglieder zufolge beziffern sich die Gesamtausgaben auf 0.31 Prozent. Das im Rahmen der UN vereinbarte Ziel liegt aber deutlich über diesen Wert – bei 0,7 Prozent. Die Türkei befindet sich mit ihren 0,85 Prozent deutlich drüber.

„Es ist gut, dass heute mehr Geld dorthin fließt, wo es am dringendsten gebraucht wird. Wir sind aber noch nicht am Ziel. Zu viele Geber bleiben nach wie vor weit hinter dem 0,7-Prozent-Ziel zurück", beklagte OECD-Generalsekretär Angel Gurría. Die Geberländer müssten sich den wirtschaftlichen Aufschwung zunutze machen „und ihre Anstrengungen verstärken, um die Entwicklungszusammenarbeit auszubauen und sicherzustellen, dass sie die Ärmsten erreicht".

18 Länder zahlten weniger als im Vorjahr - in vielen Fällen war dies durch eine geringere Flüchtlingshilfe bedingt. Die deutlichsten Rückgänge wurden in Australien, Österreich, Griechenland, Ungarn, Norwegen, Slowenien, Spanien und der Schweiz beobachtet.

Nur Fünf DAC-Länder - Dänemark, Luxemburg, Norwegen, Schweden und das Vereinigte Königreich - erfüllten 2017 das Ziel der UN und wendeten mindestens 0,7 Prozent ihres BNEs für die Entwicklungszusammenarbeit auf.

Unter den 25 DAC-Geberländern, die 2017 unter dem Schwellenwert geblieben sind, befindet sich auch Deutschland (0,66%).

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