Die PKK ermordet junge Lehrer im Südosten der Türkei - die Welt schweigt

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 22.06.2017 14:59
DHA

Die Terrorgruppe PKK, die seit 1984 das Leben von mehr als 150 Schullehrern genommen hat, tötete dieses Mal den 23-jährigen Lehrer Necmettin Yılmaz.

Der junge Lehrer aus der südöstlichen Provinz Şanlıurfa in der Türkei, wäre durch die PKK in der türkischen Provinz Tunceli getötet worden, so eine Erklärung der Terrororganisation am Mittwoch.

Das Auto des 23-jährigen Lehrers wurde laut den Informationen von den Terroristen in Flammen gesetzt als er in der Sommerpause in seine Heimatstadt nach Gümüşhane fuhr, eine Stadt in der nördlichen Türkei. Nachdem sein Vater vier Tage lang nichts von Yilmaz hörte, bat er Menschenrechtsorganisationen um Hilfe, weil er eine mögliche Entführung seines Sohnes befürchtete.

Am Mittwoch veröffentlichte die bewaffnete Untergruppe der PKK, die „Volksverteidigungskräfte" (HPG), einen Artikel, der darauf hindeutete, dass sie den jungen Lehrer für seine Haltung gegen die Terrororganisation getötet hatten.

„Necmettin Yılmaz, der Informationen über die Lage der Guerillakräfte und die Durchführung von Aktivitäten in Zusammenarbeit mit dem Feind enthüllte, wurde am 16. Juni im Dorf Zaxge bei Dersim [Tunceli] bestraft", so die Erklärung der HPG.

Am 9. Juni töteten die PKK-Terroristen eine andere junge Lehrerin. Aybüke Yalçın kam bei einem Terroranschlag ums Leben, als sie mit ihren Kollegen in der südöstlichen Provinz Batman in einem Auto unterwegs war. Das Auto, das Yalçın fuhr, wurde von den Schusssalven der Sturmgewehre getroffen, die von den Terroristen benutzt wurden. Ein anderer Lehrer, der mit Yalçın im Auto saß, wurde verwundet. Ziel des Anschlags war eigentlich das Auto des Bürgermeisters vom Kokluk-Bezirk in Batman.

In dem Wagen, worauf das Attentat gerichtet war, saß aber zu dem Zeitpunkt nicht der Bürgermeister, sondern sein Neffe Muhammet Işık, der aber nicht getroffen wurde.

Yalçın, der ein ausgesprochener Kritiker der PKK gewesen war, wurde in den Sozialen Medien für seine Haltung gewürdigt, weil sie in einer Region zu lehrte, die seit langem Synonym für Terrorangriffe ist.

Präsidentensprecher İbrahim Kalın kritisierte die ausländischen Medien, weil sie in der vergangenen Woche die jüngsten PKK-Terroranschläge in der südöstlichen Türkei ignoriert hätten, bei der es auch zum Tod von Aybüke Yalçın kam.

„Die Welt hat den tragischen Tod eines jungen Mädchens ignoriert, weil es nicht dem PKK-Bild oder dem seines syrischen Ablegers, den Volksschutz-Einheiten (YPG) entspricht", wird Kalın zitiert. Man lebe im „Zeitalter des Terrorismus und der Heuchelei".

In Anbetracht der Tatsache, dass die PKK seit 1984 das Leben von mehr als 150 Schullehrern genommen hat, sagte Kalın: „PKK-Angriffe gegen Lehrer sind Teil einer breiteren Anstrengung, die Staatsgewalt zu untergraben, die pädagogischen Möglichkeiten für kurdische Kinder zu verweigern und andere Lehrer zu entmutigen, in den östlichen und südöstlichen Städten der Türkei zu arbeiten.

„Im September 1994 entführten PKK-Terroristen direkt am ersten Schultag sechs Schullehrer aus ihren Häusern in Tunceli und ermordeten sie im Stadtkern - ein Anblick, der die örtliche Bevölkerung ausgesetzt war. Einen Monat später wurden vier weitere Lehrer von PKK-Terroristen im Tekman-Bezirk der östlichen Provinz Erzurum ermordet ", sagte er.

Die PKK wird von der Türkei, den USA und der EU als terroristische Organisation eingestuft. Sie nahm im Juli 2015 ihren jahrzehntelangen bewaffneten Kampf gegen den türkischen Staat wieder auf.

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