Türkei sichert Verteidigungspositionen gegen YPG-besetzte Stadt Afrin in Nordsyrien

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 20.07.2017 13:20
DHA

Es gab Gerüchte, dass Russland auf die PYD setzt, um Afrin dem Assad-Regime übergeben zu können, die Türkei hingegen will angeblich lokale Elemente unterstützen. Ankara wiederholte in seiner letzten Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates, dass man es nicht zulassen werde, dass ein „terroristischer Staat" an der südlichen Grenze gebildet wird.

Die Türkei verfolgt weiterhin eine abwartende Politik in Bezug auf die Stadt Afrin im Norden Syriens, die unter der Kontrolle der „Partei der Demokratischen Union" (PYD) steht. Sie betont, dass jede Bedrohung oder ein Angriff vereitelt werde, da Ankara immer noch die Idee ablehnt, die Stadt an das Assad-Regime, statt den lokalen Elementen, zu übergeben.

Nach gestrigen Berichten in den türkischen Medien über den am Montag einberufenen Nationalen Sicherheitsrat (MGK), bekräftigte Ankara, dass es nicht möglich sei, einen terroristischen Staat an der südlichen Grenze zu dulden, wo die mit der PKK-verbundene PYD die Verwaltung übernehmen würde.

Darüber hinaus hat Ankara sein Beharren fortgesetzt, Afrin den lokalen Elementen, und nicht dem Assad-Regime zu übergeben.

Es gab Gerüchte, dass Russland den Druck auf die PYD und seinen bewaffneten Flügel die „Volksschutz-Einheiten" (YPG) angehoben hat, um entweder die Stadt später dem Assad-Regime zu übergeben oder die Konfrontation mit einer türkischen Militäroffensive zu vermeiden.

Hochrangige diplomatische Quellen erklärten gegenüber Daily Sabah, dass der Iran und Russland bereit wären, die Zukunft von Afrin zugunsten von Ankara zu verhandeln, wenn die türkische Regierung im Gegenzug Zugeständnisse in anderen Teilen von Syrien macht.

Obwohl Ankara im MGK-Treffen unterstrich, dass Bedrohungen in Afrin zu einer türkischen Offensive führen könnten, sagten diplomatische Quellen: „Russland und der Iran befürworten keine türkische Militäroperation in Afrin."

Ankara legt großen Wert auf Afrin. Die türkischen Behörden haben in der MGK-Sitzung die Bedeutung der Stadt für die nationale Sicherheit betont.

Man ging davon aus, dass das türkische Militär Ende Juni eine Operation in der Nähe der türkischen Grenzstadt Kilis starten wird, um die von der PYD gehaltenen Städte Afrin, Tal Rifat und den Minnigh Militärflughafen einzunehmen. Allerdings wurde die Operation wegen Ankaras abwartender Haltung verzögert.

In dem Bericht, der nach der MGK-Sitzung veröffentlicht wurde, geht hervor, dass Waffen, die an die YPG und PYD von den USA geliefert wurden, auch in die Hände von PKK-Terroristen gingen.

„In Sicherheitsoperationen gegen PKK-Militante wurden US-Waffen beschlagnahmt", so die entsprechende Passage. Dies zeige, dass die Türkei bei der Warnung an die USA Recht behalten habe. Die USA hatten im Vorfeld behauptet, dass die Waffen nur für die YPG-Milizen bestimmt seien.

Die Trump-Regierung hatte im Mai einen Antrag genehmigt, der eine Waffenlieferung an die YPG für die Raqqa-Offensive forderte. Die terroristische Gruppe wurde daraufhin mit schweren Waffen, gepanzerten Fahrzeugen und Munition sowie Ausrüstung ausgestattet.

Innenminister Süleyman Soylu hatte zuvor gesagt, dass die Waffen von dem „Verbündeten" in die Hände terroristischer Gruppen gelangen und dann gegen türkische Sicherheitskräfte eingesetzt werden.

„Diejenigen, die wie unsere Verbündeten und Freunde handeln, liefern Waffen an die PYD. Sie würden verblüfft sein, wenn sie die schweren Waffen zu sehen bekommen, die in den Höhlen ergriffen wurden. Die Waffen, die in die Hände der PKK fallen, werden gegen uns gerichtet", sagte Soylu bereits im April.

US-Verteidigungsminister James Mattis schickte zuvor einen Brief an seinen ehemaligen türkischen Amtskollegen Fikri Işık, worin er versprach, alle Waffen von der YPG zurückzubeordern, sobald die Raqqa-Operation abgeschlossen ist. In dem Brief sagte Mattis, dass die USA eine strategische Zusammenarbeit mit der YPG führe und unterstrich, dass die USA in dieser Hinsicht Transparenz garantieren würden.

Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte am 5. Juli, es sei „unmöglich zu glauben", dass alle Waffen zurückgegeben werden.

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