Türkei startet „Operation Kralle 2“ im Nordirak

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 13.07.2019 13:00
Archivbild

Die türkischen Streitkräfte haben am Freitag um 22:00 Uhr (Ortszeit) die Anti-Terror-Operation Kralle 2 gegen die Terrororganisation PKK gestartet. Dies teilte das Verteidigungsministerium am Samstag mit.

Die Türkei werde weiterhin Waffenlager und Unterschlüpfe der PKK in der Region Hakurk zerstören, hieß es in der Erklärung.

Der geplante Einsatz in Hakurk werde von der türkischen Luftwaffe mit Unterstützung von türkischen Jets, ATAK-Hubschraubern, Drohnen und gepanzerten Militärfahrzeugen fortgesetzt.

Die erste Operation Kralle war am 27. Mai gestartet worden und zielte darauf ab, die Aktivitäten der PKK-Terroristen in der Region um Hakurk zu unterbinden.

Hakurk gehört zu den Hauptstützpunkten der PKK im Irak. Dort formieren sich einzelne Gruppen, die dann versuchen, in die Türkei einzudringen oder Grenzposten anzugreifen. Das Gebiet befindet sich 30 bis 40 Kilometer südlich der türkischen Provinz Hakkari nahe dem PKK-Hauptquartier in den Kandil-Bergen. Die Region gilt zudem als Bindeglied zu den PKK-Ablegern in Syrien, die im Norden des Landes einige Gebiete besetzen.

Hakurk ist bereits mehrmals Ziel von türkischen Luftoperationen gewesen. Der letzte große Militäreinsatz mit Bodentruppen wurde im Oktober 1992 durchgeführt.

Die PKK wird von der Türkei, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Die marxistisch-leninistisch orientierte Organisation führt seit ihrer Gründung im Jahr 1978 einen bewaffneten Kampf gegen befeindete Gruppen und den türkischen Staat. Hauptziel ist eine Abspaltung von der Türkei und die Errichtung einer ideologischen Selbstverwaltung auf türkischem Hoheitsgebiet. Dafür setzt die PKK hauptsächlich terroristische Mittel ein. Ihre internationalen Ableger verfolgen ähnliche Ziele in ihren Ursprungsländern.

Als die größten Leidtragenden des ideologisierten PKK-Terrors gelten neben den türkischen Staatsbediensteten insbesondere die kurdischen und örtlichen Bevölkerungsteile in der Türkei und anderen Staaten, wo die PKK und ihre internationalen Ableger aktiv sind. Bisher forderten die Terroranschläge und Ermordungen der PKK mehr als 40.000 Todesopfer. Darüber hinaus setzte die PKK auf erpresserische Methoden, um etwa Zwangsrekrutierungen und Enteignungen durchzuführen.

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