"Charlie und die Schokoladenfabrik"-Schauspieler Gene Wilder stirbt mit 83 Jahren

AFP
LOS ANGELES
Veröffentlicht 30.08.2016 14:32
Reuters

Wenn Gene Wilder in Filmen wie "Charlie und die Schokoladenfabrik" (1971) oder Klassikern des Regisseurs Mel Brooks wie "Frühling für Hitler" (1968) oder "Der wilde wilde Westen" (1974) seinen Humor sprühen ließ, war das Publikum von den Socken. Brooks würdigte den am Montag im Alter von 83 Jahren gestorbenen US-Komiker im Kurzbotschaftendienst Twitter als "eines der wahrhaft großen Talente unserer Zeit. Er hat jeden unserer Filme mit seiner Magie beehrt und mich mit seiner Freundschaft beehrt." Der große Mime starb an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung.

Wilder wurde 1933 in Milwaukee im US-Bundesstaat Wisconsin als Jerome Silberman geboren. Als Kind und Heranwachsender bemühte er sich, seine Mutter bei Laune zu halten. Diese erlitt einen Herzinfarkt, als er sechs Jahre alt war und starb 17 Jahre später. Sein Vater war ein russisch-jüdischer Einwanderer, der Alkoholflaschen in die USA importierte.

Wilder entwickelte eine Passion für das Theater, als er als Oberschüler den Willy Loman in Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden" spielte. Später schloss er die Universität Iowa mit einem Theaterdiplom ab.

Danach absolvierte er eine Schauspielausbildung an der Old Vic Theatre School, die der berühmte Shakespeare-Darsteller Laurence Olivier 1946 im englischen Bristol gegründet hatte. In dieser Zeit erwarb sich Wilder einen Ruf als begabter Fechter. Anfang der 60er Jahre war Wilder in Broadway-Produktionen in New York zu sehen.

1963 spielte er an der Seite von Kirk Douglas in der Bühnenfassung von Ken Keseys Roman "Einer flog über das Kuckucksnest" über die Insassen einer geschlossenen psychiatrischen Anstalt. Im selben Jahr stand er mit Anne Bancroft, Brooks' damaliger Partnerin und späteren Ehefrau, in Bertolt Brechts "Mutter Courage" auf der Bühne. 1968 erhielt Wilder seine erste Hauptrolle in Brooks Film "Frühling für Hitler" ("The Producers"). Seine Darstellung des windigen Buchhalters Leo Bloom brachte ihm seine erste von zwei Oscar-Nominierungen ein.

Den eigentlichen Durchbruch hatte Wilder 1971 als exzentrischer Schokoladenfabrik-Besitzer Willy Wonka in der Verfilmung des Kinderbuchs von Roald Dahl. Seine zweite Oscar-Nominierung bekam er für seine Titelrolle in "Frankenstein Junior" aus dem Jahr 1974. Im selben Jahr war er auch in Brooks' Westernparodie "Der wilde wilde Westen" ("Blazing Saddles") zu sehen. In beiden Filmen führte Brooks Regie.

Als Darsteller, Autor und Regisseur war Wilder später mit den Filmen "Der größte Liebhaber der Welt" (1977), "Die Frau in Rot" (1984) und "Hochzeitsnacht im Geisterschloss" (1986) erfolgreich. Seine letzte größere Rolle hatte er Ende der 90er Jahre in dem für das Fernsehen gedrehten Film "Alice im Wunderland", zusammen mit Ben Kingsley und Martin Short.

Wilder war vier Mal verheiratet, zuletzt mit der Kostümbildnerin Karen Boyer. Er starb an den Folgen einer Alzheimer-Erkrankung in seinem Haus in Stamford im US-Bundesstaat Connecticut. Sein Neffe Jordan Walker-Pearlman erklärte, die Krankheit sei vor drei Jahren diagnostiziert worden, Wilder habe dies aber nicht öffentlich gemacht. Bis zu seinem Tod habe er es genossen, Kunst und Musik zu erleben und Karen, die "Hauptdarstellerin seiner letzten 25 Jahre" zu küssen. "Bei einer Hochzeit tanzte er als Trauzeuge des Bräutigams durch den Mittelgang einer Kirche, verbrachte zahllose Nachmittage mit Westernmarathons und wusste in Gesellschaft seiner Lieben zu bezaubern."

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