Wie Donald Trump auf YPG und Gülen reagiert

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Analysen, über Analysen: Warum Donald Trump zum 45. US-Präsidenten gewählt werden konnte, analysieren dieser Tage Viele. Jeder hat seine eigenen Gründe, seine eigenen Erklärungen. Die meisten aber ignorieren die Tatsache, dass die Massen schon vorher aufgebracht waren. Die Medien sind ihnen nicht gerecht geworden. Im Folgendem werde ich mich auf die Außenpolitik Trumps konzentrieren und wie diese die türkisch-amerikanischen Beziehungen beeinflusst.

Eines vorneweg: Die Tea-Party-Bewegung war eines der frühen Anzeichen für eine Rebellion innerhalb der republikanischen Partei. Mit dem Aufschrei gegen die politische Agenda der Republikaner wurde der Grundstein für Trumps Wahlkampagne gelegt. Konservativer Aktivismus irritierte die bekannten wirtschaftlichen Probleme und die finanziellen Defizite des Landes. Trump hat schließlich gewonnen, weil er die Gesellschaft besser verstand als seine Mitstreiter. Wie ist er der Mann des Volkes geworden? Eine weitere Frage, die sich amerikanische Akademiker gegenüber sehenAuch an der außenpolitischen Front scheint Trump frische Ideen zu haben. Bei der Amerikanisch-Türkischen Zentralkonferenz hatte ich die Chance Trumps Berater für außenpolitische Belange Walid Phares zu treffen. Bevor er Trump Kampagne beitrat lehrte er unter anderem an der türkischen Bahçeşehir Universität in Washington. Er ist wahrscheinlich der bekannteste Unterstützer Trumps in der Türkei.

Zu allererst erkannte er, wer Fetullah Gülen wirklich ist: „Die Operation Gülen ist nicht unbekannt und hat sich über mehrere Jahre hinweg entwickelt. Das ist eine lange Geschichte", so Phares. Fetullah Gülen ist für den gescheiterten Putsch vom 15. Juli verantwortlich. Anhänger des Gülenisten-Terrorkults unterwanderten staatliche Institutionen und das türkische Militär, um den demokratisch gewählten Präsidenten zu stürzen.

Phares sagte weiterhin, dass Trump das türkische Volk unterstütze und klar gegen eine militärische Machtübernahme in der Türkei sei. „Seine Reaktion zum Putsch zeigt deutliche seine Position", erklärte Phares auf die Nachfrage zur Auslieferung von Gülen. Allerdings betonte er auch, dass die ganze Sache Zeit benötige. Logischerweise ist Trump bisher noch nicht ins Detail der türkisch-amerikanischen Beziehungen gegangen. Phares versicherte aber auch, dass Trump vertrauenswürdige Briefings zum Thema bekommen werde. Schon bald werde er erste Signale senden. Signale die ausschlaggebend für die Türkei sein werden.

Die Hillary-Clinton-Kampagne hingegen machte immer wieder mit Vorwürfen, den Gülenisten nahe zu stehen, auf sich aufmerksam.

Recep Özkan, ehemaliger Vorsitzender des Gülen-nahen Türkischen Kulturcenter in New York, spendete 2015 einmal 500.000 und später noch einmal eine Million US-Dollar an die Clinton Stiftung. Die Clinton-Stiftung veröffentlichte die Daten selbst auf ihrer Website. In einem Bericht des Daily Caller heißt es außerdem, dass Özkan weiterhin als Co-Vorstand eines politischen Komitees für die Clinton Kampagne agiere.

„Als Unterstützer der Trump-Kampagne sind wir sehr, sehr besorgt über die Clinton-Stiftung. [Spenden aus Gülenisten Kreisen] wären schockierend und würden sehr, sehr ernst genommen werden. Die Trump Regierung wird sich diesem Thema sehr ernst annehmen. Es wäre eines der ersten Kapitel der neuen Regierung", sagte Phares.

Auch die syrisch-kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) sprach Phares an. Die Gruppe funktioniert als syrischer Ableger der PKK. Die PKK wird von der Türkei, wie auch von den USA und der EU, als Terrororganisation angesehen. Dennoch kooperierte die Obama-Regierung eng mit der YPG im Kampf gegen die Terroristen der Daesh und ließen damit die Bedenken gegenüber den Ableger der PKK völlig außer Acht. Die Türkei befürchtet die YPG nehme eine ethnische Säuberung in den Gebieten vor, die sie von Daesh befreien. Weiterhin kritisierte die Türkei die USA stark, da diese immer wieder Waffen an die Einheiten der YPG lieferten.

Walid Phares bestätigte, dass die Beziehungen zur YPG bestätigt würden, sobald es Beweise geben würde, die eine Verbindung zur PKK belegten. Weiterhin befürwortete er die Idee Trumps in Syrien einer No-Fly-Zone. Dabei zähle er auf Verbündete wie die Türkei, nicht die YPG.

Bisher sind noch keine genauen Pläne zur Außenpolitik Trumps bekannt. Es wird sich noch herausstellen, welche Versprechen wirklich in die Realität umgesetzt werden. Seine größte Herausforderung wird wohl werden, sich seinen eigenen Platz im Kabinett zu erkämpfen und nicht Teil des Alten zu werden.

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