Al-Dschubeir: „Der Iran mischt sich in innere Angelegenheiten des Iraks ein“

ANADOLU AGENTUR
RIAD
Veröffentlicht 30.05.2016 13:54
Aktualisiert 30.05.2016 14:02
Der saudische Außenminister Adel al-Dschubeir (r) hält eine Pressekonferenz mit britischen Amtskollegen Philip Hammond (l) am 29. Mai 2016 in Dschidda. (AFD Foto)
Der saudische Außenminister Adel al-Dschubeir (r) hält eine Pressekonferenz mit britischen Amtskollegen Philip Hammond (l) am 29. Mai 2016 in Dschidda. (AFD Foto)

Während eines Treffens am Sonntag mit dem britischen Außenminister Philip Hammond beschuldigte sein saudi-arabischer Amtskollege den Iran der Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Iraks.

„Iraks Probleme sind religiöse Konflikte, die von dem Iran verursacht werden", sagte Außenminister Adel al-Dschubeir bei der Pressekonferenz nach dem Treffen der Außenminister des Golf-Kooperationsrats (GCC).

„Es ist nicht hinnehmbar, dass der Iran sich im Irak befindet und Schia Militanten schickt, um die Menschen zu trainieren, was zum Sektierertum führt", fügte er hinzu.

Saudi-Arabien beschuldigt die Hisbollah, die stärkste militärische Macht von Libanon, als Stellvertreter des schiitischen Iran zu dienen und die libanesische Politik zu unterschlagen.

Seit 2012 schickt die Hisbollah Kämpfer nach Syrien, um das Assad-Regime zu unterstützen, während Riad einer der entschiedensten Gegner von Assad bleiben.

Die Hisbollah ihrerseits kritisiert die Saudi-Militärintervention im Jemen, wo Riad heftige Operationen gegen die schiitische Houthi-Militantengruppe führt, die 2014 einen Großteil des Landes überflutete.

Einen Tag nachdem Riad die Militärhilfe für die libanesische Armee abschnitt, gab der Golf-Kooperationsrat (GCC) ihre „volle Unterstützung" für diese Handlung.

Die GCC äußerte ihr „tiefes Bedauern", dass die libanesische Politik „die Geisel von Interessen der externen Kräfte" geworden sei. Die GCC umfasst die Staaten der Arabischen Halbinsel, namentlich Kuwait, Bahrain, Saudi-Arabien, Katar, Vereinigte Arabische Emirate und der Oman.

Dies kam nachdem Beirut ablehnte, den Angriff auf die saudische Botschaft in Teheran durch iranische Demonstranten zu verurteilen. Im Januar protestierten Menschen die Exekution eines prominenten schiitischen Geistlichen seitens saudischer Behörden, was zu Angriffen auf die saudischen Botschaften verursachte.

Im Anschluss zu diesem Vorfall brachen mehrere arabische Länder die diplomatischen Beziehungen mit dem Iran ab.

Auf die Frage ob Saudi-Arabien an der Entscheidung des Irans beteiligt war, die Pilger nicht zum Hadsch zu schicken, sagte Al-Dschubeir, dass die Verantwortung dem Iran gehört.

„Der Iran ist verantwortlich den Hadsch für ihre Bürger dieses Jahr zu blockieren. Saudi-Arabien möchte, dass jeder Muslim, einschließlich die iranischen, in unser Land zum Hadsch kommt", sagte Al-Dschubeir.

Ein iranischer Beamter sagte am Sonntag, dass der Iran aufgrund von „saudischen Einschränkungen" dieses Jahr keine Pilger schicken werde.

Al-Dschubeir sagte, dass die iranische Delegation das Abkommen für den Hadsch nicht unterschrieb, obwohl „wir die meisten Anforderung erfüllt hatten".

Saudi-Arabien schnitt im Januar offiziell ihre Beziehungen mit dem Iran ab, nachdem die diplomatischen Missionen in Teheran und Maschhad von iranischen Demonstranten angegriffen wurden, aufgrund der saudischen Hinrichtung des prominenten schiitischen Imans Nimr al-Nimr.

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