400 Angriffe auf Ärzte und Krankenhäuser in Syrien binnen eines Jahres

AFP
PARIS, Frankreich
Veröffentlicht 10.06.2017 14:42
REUTERS

Krankenhäuser und medizinisches Personal in Syrien sind einer Studie zufolge innerhalb eines Jahres mehr als 400 Mal attackiert worden. 261 Menschen seien bei den zwischen November 2015 und Dezember 2016 registrierten Angriffen getötet und fast 700 weitere verletzt worden, hieß es in einem am Freitag in Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Artikel. In dem Bürgerkriegsland werde in beispielloser Weise gezielt Gewalt eingesetzt, um den Zugang zur Gesundheitsversorgung zu blockieren.

Der Untersuchung zufolge wurde in diesem Zeitraum fast jedes zweite Krankenhaus in den von den Oppositionellen kontrollierten Gebieten attackiert, ein Drittel von ihnen mehrfach. Die Studie beruht auf Daten, die von Krankenhausmitarbeitern via WhatsApp gesammelt wurden. Die Angaben der knapp 300 Informanten wurden mit anderen Berichten über die jeweiligen Angriffe abgeglichen.

Seit Anfang 2011 steckt Syrien in einem verheerenden Bürgerkrieg. Jener begann als das Assad-Regime bei den Pro-Demokratie-Protesten mit äußerster Brutalität eingriff. Die Proteste waren Teil des „Arabischen Frühlings".

Seitdem wurden, laut UN-Berichten, mehr als 250.000 Tausend Menschen während des Konflikts getötet. Millionen wurden vertrieben und mussten aus ihren Heimatstädten oder gar aus ihrem Land flüchten. Das „Syrische Zentrum für Politikforschung" schätzt die Todesopfer auf mehr als 470.000. Auch wurden während dem Bürgerkrieg Hunderte von Schulen, Krankenhäusern und Gebetsstätten zerstört.

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