Israelischer Botschafter verteidigt Morde an unbewaffneten Zivilisten im Gazastreifen

DAILY SABAH
ISTANBUL
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Der israelische Botschafter in der Türkei, Eitan Naeh, hat in einem Interview mit dem Englisch sprachigen Sender TRT World die Ermordung von unbewaffneten palästinensischen Demonstranten verteidigt. Die israelische Armee sei die „gewissenhafteste" der Welt.

Laut Naeh sind alle Palästinenser, die sich dem geschützten Grenzbereich zu Israel nähern, eine potentielle Gefahr für die israelischen Siedlungen entlang dem Grenzzaun - und seien daher zum Abschuss freigegeben.

„Sollte man erwarten, erschossen zu werden?", fragt der Interviewer Imran Garda den israelischen Botschafter – dieser stellt klar: „Wir haben ablaufende Prozeduren. Und wenn man nicht stehen bleibt, wird man erschossen." Es spiele keine Rolle, ob die Menschen bewaffnet seien oder nicht.

Israel war von der Türkei aufgrund der gezielten Tötungen von unbewaffneten palästinensischen Demonstranten aufs Schärfste kritisiert worden. Auch in der internationalen Gemeinschaft wurden Rufe nach einer Aufklärung laut, jedoch bisher ohne sichtbare Konsequenzen. Innerhalb von nur 10 Tagen wurden mindestens 30 Menschen durch israelische Soldaten getötet. Bei den Protesten in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen gab es mindestens 30 Tote.

UN-Menschrechtsbeauftragte verlangten von Israel, keine exzessive Gewalt gegen Zivilisten anzuwenden. Die vorsätzliche Tötung von Zivilisten verstoße gegen die Genfer Konvention.

Israel weist die Behauptungen trotz eindeutiger Beweislage zurück und lehnt eine unabhängige Untersuchung der Tötungen im Gazastreifen ab.

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