Israel liefert menschenverachtende Rechtfertigung für Mord an Palästinensern: „Wir können nicht alle ins Gefängnis stecken“

DAILY SABAH
ISTANBUL
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Die Sprecherin des israelischen Außenministeriums, Michal Maayan, ist aufgrund ihrer Äußerungen zur Situation in Gaza unter Beschuss geraten.

Im Gespräch mit dem irischen Kanal „RTÉ" versuchte sie die Verwendung von scharfer Munition und die Morde an palästinensischen Demonstranten durch israelischen Streitkräfte auf eine menschenverachtende Art und Weise zu rechtfertigen.

„Nun, wir können nicht alle diese Leute ins Gefängnis stecken", antwortete Maayan auf die Frage der Moderation, wieso israelische Soldaten auf Demonstranten geschossen hätten.

Ihre Aussage während der Live-Zuschaltung ging daraufhin viral und sie zog weltweite Kritik auf sich.

Die internationale Kritik an der US-Entscheidung, die Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, wies Maayan zurück und lieferte dafür eine seltsame Erklärung: „Die Verlegung von Botschaften nach Jerusalem hindert den Frieden nicht. Tatsächlich hilft es dem Frieden, weil es den Palästinensern hilft zu erkennen, dass Jerusalem die Hauptstadt des jüdischen Staates Israel ist. Es hilft ihnen diese Realität zu begreifen, die für uns sehr wichtig ist."

„Jerusalem ist die Hauptstadt von Israel. Es wird die Hauptstadt von Israel sein, egal welche zukünftigen Regelungen wir mit den Palästinensern erreichen werden", sagte sie dem irischen Sender.

Obwohl israelische Soldaten am vergangenen Montag 60 palästinensische Demonstranten im Gazastreifen getötet und mindestens 2400 mit scharfer Munition verletzt haben, blieb der große Aufschrei aus. Bisher haben lediglich die Türkei und Südafrika erste Maßnahmen ergriffen und ihre Botschafter abgezogen. Auch der israelische Botschafter in Ankara musste das Land verlassen.

Allein in den letzten sieben Wochen wurden mehr als 100 Palästinenser bei Demonstrationen im Gazastreifen getötet - durch israelische Scharfschützen, aber auch durch Einsatz von schwerem Kriegsgerät.

Die Demonstrationen am Montag fielen mit dem 70. Jahrestag von Israel zusammen – ein Ereignis, das die Palästinenser als Nakba bezeichnen

Bei der „Nakba" (Katastrophe oder Unglück) erinnern die Palästinenser an die Vertreibung, Beraubung, und Enteignung von rund 760.000 Landsleuten, die 1948 auf die Gründung des Staats Israel folgten.

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