Israels Polizei hält EU-Diplomaten von Besuch in Westjordanland ab

DAILY SABAH MIT AFP
ISTANBUL
Veröffentlicht 06.07.2018 11:06
Aktualisiert 06.07.2018 11:20
EPA

Die israelische Polizei hat europäische Diplomaten am Besuch eines vom Abriss bedrohten Beduinen-Dorfs im Westjordanland gehindert. Sicherheitskräfte wiesen die Diplomaten aus sieben Ländern am Donnerstag an der Zufahrt zum Dorf Chan al-Ahmar ab und teilten mit, dass die Gegend zur militärischen Sperrzone erklärt worden sei. Das arabische Beduinendorf erhält Hilfsgelder aus Europa. Israels Behörden wollen es abreißen lassen, weil es angeblich ohne Genehmigung errichtet worden sei.

Die abgewiesenen Diplomaten stammten aus Frankreich, Italien, Spanien, Belgien, Finnland, Irland, der Schweiz und von der EU. Sie wollten in dem Dorf eine Schule besuchen, die mit europäischen Mitteln finanziert wird.

"Wir wollen unsere Solidarität ausdrücken mit diesem Dorf, dem die Zerstörung droht", sagte der französische Generalkonsul in Jerusalem, Pierre Cochard, vor Ort zu Journalisten. Der geplante Abriss wäre ein Verstoß gegen die Genfer Kriegsrechtskonvention, sagte der französische Diplomat.

Das irische Verbindungsbüro im Westjordanland erklärte, die Diplomaten hätten mit Ortsvertretern sprechen können, ihnen sei aber der Zugang zu dem Dorf selbst verwehrt worden.

Das Oberste Gericht in Israel wies im Mai einen Einspruch der Bewohner gegen den Abriss zurück.

Israels Armee teilte am Donnerstag mit, die Vorbereitungen für den Abriss seien am Laufen. Chan al-Ahmar hat rund 170 Einwohner. Die meisten von ihnen leben in ärmlichen Unterkünften aus Wellblech und Holz.

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