Türkei fordert von der EU und den USA die Heuchelei zu beenden

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 09.06.2016 14:58
Aktualisiert 10.06.2016 12:11
AA

Eine PKK-Bombe explodierte nahe einem Polizeipräsidium im Bezirk Midyat in der südöstlichen Provinz Mardin am Mittwoch. Zwei Polizistinnen und zwei Zivilisten kamen dabei ums Leben und mindestens 34 wurden verletzt.

Das Bombenattentat in Midyat war das zweite innerhalb von zwei Tagen.

Die PKK verübte den Anschlag in Mardin, einen Tag nachdem ein von der PKK durchgeführter Autobombenanschlag in Vezneciler in Istanbul stattfand, beidem 11 Menschen in den Tod gerissen wurden. Am Dienstag besuchte der türkische Ministerpräsident Binali Yıldırım die Verletzten in Istanbul. Im Anschluss sprach er vor dem Krankenhaus und ging auf die Fragen der Journalisten ein. Auf die Frage, wer verantwortlich für das Attentat in Midyat sei, antwortete Yıldırım, dass es sich um die „mörderische Terrororganisation PKK" handele. „Wir werden sie sowohl in den Städten als auch in den ländlichen Gebieten mit Entschlossenheit bekämpfen", fügte er hinzu.

Der Sprecher des türkischen Präsidenten İbrahim Kalın hielt am Mittwoch eine Pressekonferenz im Präsidentenpalast. Er äußerte sich über die jüngsten Bombenanschläge und weiteren Punkten der Tagesordnung. Kalın wies die Forderung der Europäischen Union gegenüber Ankara zurück. Das Anti-Terror-Gesetzt könne in solch einer Situation nicht geschwächt werden. Er kritisierte auch die Regierung des US-Präsidenten Barak Obama und bezog sich auf deren Manbidsch-Kooperation mit den syrischen PKK-Abzweigungen PYD und YPG.

„Ich frage die Länder, die uns Beileidsnachrichten schicken: Wissen unsere europäischen Freunde wie viele Tarnorganisationen die PKK-Terrororganisation in Europa hat? Die doppelte Standard und die Heuchelei sollten beendet werden. Hören Sie damit auf, die Beziehungen zu PKK-Ablegern zu fördern, während sie uns gleichzeitig Botschaften der Unterstützung zusichern", sagte Kalın.

Die Forderung der EU gegenüber der Türkei, die Terrorgesetze zu ändern, kritisierte Kalın: „Anstatt uns vorzuschreiben, wie die Türkei im Kampf gegen den Terror vorgehen soll, sollten uns unsere europäischen Freunde im Anti-Terror-Kampf bedingungslos beistehen."

Bei dem Anschlag in Mardin wurden viele Gebäude stark beschädigt. Lokalen Berichten zufolge wurden viele Kinder verletzt, da sich der Anschlag in der Nähe eines Kinderparks ereignete.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen