Çavuşoğlu: „Jetzt kann die Türkei beim Nahost-Friedensprozess helfen“

ANADOLU AGENTUR
ANKARA
Veröffentlicht 04.07.2016 15:11
Aktualisiert 04.07.2016 15:15
AA

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu sagte am Sonntag, dass die Türkei nach der Normalisierung der Beziehungen mit Israel einen wesentlichen Beitrag zum Nahost-Friedensprozess leisten wird.

Çavuşoğlu sprach bei dem Nachrichtensender TRT Haber und sagte, dass die sechs-jährige Unterbrechung der Beziehungen zwischen der Türkei und Israel, die Türkei daran hinderte, zum Prozess beizutragen.

„Die Türkei wird einen wesentlichen Beitrag im Nahost-Friedensprozess leisten", erklärte Çavuşoğlu an dem Tag, als ein türkisches Schiff 11.000 Tonnen Hilfe für die Palästinenser in Israel anlegte.

Die Türkei möchte, dass sich Palästina auch wirtschaftlich entwickelt, sagte Çavuşoğlu. „Gaza und Palästina werden mehr und mehr brauchen. Die Infrastruktur ist nach den israelischen Angriffen zusammengebrochen. Die Krankenhäuser und Schulen wurden beschädigt. Die UN-Gebäude wurden ebenfalls zum Ziel. Für diese Probleme wird die Türkei Palästina unterstützen."

„Wir werden ein Industriegebiet in Dschenin errichten, wo 6.000 Menschen beschäftigt werden können. Wir haben auch die Hindernisse für Geld-Transfers direkt nach Palästina aufgehoben", fügte Çavuşoğlu hinzu.

Die diplomatischen Beziehungen zwischen der Türkei und Israel erreichten ihren Tiefpunkt in 2010, nachdem israelische Truppen das Mavi Marmara-Hilfsschiff in internationalen Gewässern stürmten, und 10 Menschen dabei töteten.

Nach dem Angriff forderte die Türkei eine formelle Entschuldigung von Israel, eine Entschädigung für die Angehörigen der Verstorbenen und die Aufhebung der Gaza-Blockade.

2013 äußerte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu sein Bedauern für den Angriff.

Letzte Woche, nach Monaten der Gespräche zwischen beiden Ländern, gab die Türkei bekannt, dass ein Abkommen zur Normalisierung der Beziehungen zu Israel unterzeichnet wird.

Im Rahmen des Abkommen, sagte Israel eine Entschädigung von 20 Millionen Dollar für die Angehörigen der Opfer zu. Zudem einigten sich die Länder auf die humanitäre Präsenz der Türkei in Gaza.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen