Erdoğan: Beweise gegen Gülen wurden der USA vorgelegt

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 22.07.2016 13:59
Aktualisiert 24.07.2016 16:10
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan sagte, dass die USA ein strategischer Partner für die Türkei sei. Ankara erwarte, dass Washington den Anführer der Gülenisten-Terrororganisation (FETÖ) Fethullah Gülen ausliefern werde.

Erdoğan gab bekannt, dass die Türkei Beweise für die Auslieferung von Gülen der USA vorgelegt habe und sagte, dass die Türkei auf eine Antwort der US-Behörden warte. Er fügte hinzu, dass die FETÖ jetzt eine unabhängige Terrororganisation sei und von einem weiteren Drahtzieher geführt würde. Erdoğan gab keinen Namen an.

Präsident Erdoğan sprach bei einem ausländischen Sender über die Ermittlungen des Putschversuchs, dankte der türkischen Nation und lobte ihren starken Widerstand gegen den Umsturzversuch. „Solange wir zusammenhalten, können die Panzer nichts tun."

„Der gescheiterte Putsch der vergangenen Woche hatte das Ziel, eine Minderheit zum Herrscher der Mehrheit der Türkei zu machen."

Außerdem sagte Erdoğan, dass manche Länder dem Putschversuch Beihilfe geleistet haben.

In Bezug zur möglichen Wiedereinführung der Todesstrafe in der Türkei sagte Erdoğan: „Das Parlament wird entscheiden, ob die Putschisten zum Tode verurteilt werden oder nicht. Ich habe zuvor erklärt, dass falls sich das Parlament dafür entscheidet, ich dies billigen werde."

Zu der steigenden Kritik über seine Kommentare zur Meinungsfreiheit erklärte er: „Ich war nie gegen die Medien. Doch sollte die Meinungsfreiheit nie als Waffe für Gewalt genutzt werden."

Der Präsident gab zu, dass es Fehler und Ausfälle im türkischen Geheimdienst gebe. „Wären die Informationen richtig und zeitig gekommen, hätte dies verhindert werden können."

Loyale militärische Truppen der Regierung haben zusammen mit Polizeieinheiten und Millionen von türkischen Bürgern den Putsch des vergangenen Freitags verhindern können. Eine kleine militärische Junta der Gülenisten-Terrororganisation (FETÖ) startete ihre Operation am späten Nachmittag des 15. Juli. Mindestens 2.839 Putschisten im Militär wurden in ganz Türkei festgenommen, darunter 29 Obristen und mehr als 40 Generäle, gab das Innenministerium am Samstag bekannt.

Das höchste Justizorgan der Türkei ordnete die Inhaftierung von 2745 Richtern und Staatsanwälten an, die mit dem Putschisten in Verbindung stehen, während zwei Mitglieder des Verfassungsgerichts aufgrund der Teilnahme am Putsch festgenommen wurden.

Bei dem blutigen Putschversuch kamen 161 Menschen ums Leben und mehr als 1.500 Menschen wurden verletzt.

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