Demonstranten protestieren gegen falsche Berichterstattung der NBC

ANADOLU AGENTUR
NEW YORK
Veröffentlicht 05.08.2016 14:33
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Türkisch-Amerikaner und Medienvertreter versammelten sich am Donnerstag vor dem Hauptsitz der NBC News in New York, um ihre falsche Nachrichtenerstattung über die Nacht des jüngsten Putschversuchs in der Türkei zu protestieren.

NBC News löste eine Kettenreaktion in der Welt aus, als sie während des Putschversuchs des 15. Julis falsche Information verbreiteten. Sie twitterten, dass der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan aus der Türkei geflohen sei und behaupteten, dass er in Deutschland Asyl beantragen wolle. Diese Tweets wurden später gelöscht.

Der Nachrichtensender zitierte einen ungenannten „hochrangigen US-Offizier", der diese Information erhalten haben soll.

Dieser Tweet wurde viral in den Sozialen Medien und wurde von traditionellen Medien-Organisationen verwendet, alle nannten NBS News als Quelle. Somit trugen sie falsche Informationen an Millionen von Lesern, einschließlich der Türken, an einem kritischen Zeitpunkt während des tödlichen Putschversuchs.

Sibel Edmonds, eine Türkisch-Amerikanerin und ehemalige FBI-Übersetzerin, sagte den Reportern vor dem Rockefeller Plaza, dass die NBC News „nicht mehr eine Nachrichtenagentur" sei.

„Sie sind eine Erweiterung der CIA und des Pentagons; dies haben sie hier bewiesen", sagte Edmonds. „Sie haben aktiv und direkt an einem Putsch teilgenommen."

Edmonds, die Gründerin der Nationalen Sicherheits-Whistleblower-Koalition, argumentierte, dass indem NBC News sich für eine Entschuldigung so viel Zeit gelassen hat, bewiesen hat, dass sie keinen Fehler gemacht hatten.

„Wenn es nur ein unschuldiger Fehler gewesen wäre, müssten sie nur eine Erklärung abgeben", sagte sie und fügte hinzu, dass eine Entschuldigung ein Beispiel für ethischen Journalismus ist.

Die Gruppe versuchte die Vorsitzenden der NBS News und andere Top-Führungskräfte zu kontaktieren, denen vorher Bescheid gegeben wurde.

Die Demonstranten trafen nur auf Wachmänner, die der Gruppe sagten, dass sie ihre Mitteilung den Chefs weiterleiten würden.

Bei einem Interview mit Russia Today brachte der WikiLeaks-Gründer Julian Assange seine Empörung über die NBC News-Berichterstattung des Putschversuchs zum Ausdruck.

„Was zum Teufel geht dort vor?", sagte Assange. „Dies ging um die ganze Welt und wurde genutzt, um den Putschversuch zu fördern."

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