Erdoğan: Türkei schützt ihre demokratischen Werte, nicht weil der Westen sie dazu zwingt

ELIF PETEK SAMATYALI
ANKARA
Veröffentlicht 17.08.2016 14:05
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Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sagte am Dienstag, dass kein westliches Staatsoberhaupt die Türkei seit dem vereitelten Putschversuch des 15. Julis besucht hat, und betonte, dass die Türkei ihre Demokratie und ihren Rechtsstaat, ihnen zum Trotz, schützen wird. „Wir verteidigen diese Werte, nicht weil der Westen diese aufzwingen, sondern weil unser Volk diese Werte verdient."

Bei einem Treffen mit dem Vorsitzenden der Rechtsanwaltskammer Metin Feyzioğlu und 70 weiteren Mitgliedern des Komitees am Dienstag, kritisierte Erdoğan die westlichen Anführer für ihre Haltung nach dem Putschversuch. „Wenn sie anrufen, fragen sie über den Zustand der Putschisten und nicht den Zustand unserer Nation", sagte Erdoğan. Er kritisierte auch Amnesty International für ihre subjektive Berichterstattung über den Putschversuch: „Anstatt diese Aussagen zu machen, sollten Sie kommen und sehen, was hier passiert ist; wie diese Menschen getötet wurden." Er fügte hinzu, dass Amnesty International nicht als Institution respektiert werden kann, wenn sie nur auf das reagieren, was sie hören.

Bei der Pressekonferenz nach dem Treffen kommentierte Feyzioğlu den Kampf gegen den Gülenisten Terrorkult (FETÖ): „Die Maßnahmen und Eingriffe unserer Regierung sind im Einklang mit dem Gesetz." Er betonte, dass es die Verantwortung der Türkei sei, die Welt vor der FETÖ-Gefahr zu warnen. Er zeigte sich und die türkische Anwaltskammer bereit, ein Komitee zu bilden, um die FETÖ auf internationalen Plattformen zu entlarven. Feyzioğlu fügte hinzu, dass die Türkei an der Internationalen Rechtsanwaltskammer Sitzung in den USA aktiv teilnehmen möchte.

Das Treffen wurde im Präsidentenpalast gehalten und war das erste Treffen zwischen Erdoğan und Feyzioğlu in 27 Monaten. In der Sitzung am 10. Mai 2014 hielt Feyzioğlu eine anomal lange Rede, was dazu führte, dass Erdoğan das Gebäude verließ.

Aufgrund der jüngsten Solidaritätsbotschaften von Präsident Erdoğan, wird das Treffen mit Feyzioğlu als einer der Schritte in der aktuellen Atmosphäre der Einheit und Solidarität angesehen. Erdoğan sagte bei dem 15. Jahrestag der Gerechtigkeits- und Entwicklungspartei (AKP) am Sonntag: „Wir können nicht mehr so handeln, wie wir es vor dem 15. Juli taten. Keiner von uns kann dies tun, darunter auch ich, als der Präsident."

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