Erdoğan bei UN: Keine Zeit verlieren um politische Lösung für Syrien zu finden

DAILY SABAH MIT AGENTUREN
ISTANBUL
Veröffentlicht 21.09.2016 11:45
Aktualisiert 21.09.2016 11:46
IHA

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan rief am Dienstag die Staats- und Regierungschefs der Vereinten Nation dazu auf, an einer unmittelbaren politischen Lösung für die Syrienkrise zu arbeiten.

Erdoğan sprach bei der 71. Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York und sagte: „Wir können nicht noch mehr Zeit verlieren um den politischen Lösungsprozess zu realisieren und die Wurzel des Problems zu beenden. Die Kämpfe in Syrien, der Terror und die Atmosphäre der Grausamkeit."

Er brachte auch seine Enttäuschung über die Unwilligkeit der westlichen Organisationen und Regierungen die Flüchtlingskrise zu bewältigen zum Ausdruck.

Der Präsident erinnerte daran, dass die Türkei ihren Teil bei der Flüchtlingshilfe geleistet hat. Er kritisierte die UN und EU aufgrund der versprochenen finanziellen Hilfe für die Flüchtlinge, die bisher nur zögerlich gezahlt wurde.

„Die Türkei hat 25 Milliarden Dollar gezahlt während die Vereinte Nation, die Plattform zu der ich gerade spreche, nur 525 Millionen geliefert hat. Es gab so gut wie keine Unterstützung von der Europäischen Union und Unicef mit 178 Millionen Dollar", sagte Erdoğan der Generalversammlung.

„Der Westen nimmt sie (die syrischen Flüchtlinge) nicht mehr auf, aber wir werden weitermachen, weil wir Menschen sind", erklärte er.

Der Präsident betonte, dass das syrische Volk von einem Tyrann, Unmenschen und Terrorist regiert wird, während sie gleichzeitig gegen die unerbittlichen Angriffe von Terrororganisationen kämpfen. Die internationale Gemeinschaft scheiterte mit ihrer humanitären Aufgaben in Syrien durchzugreifen, sagte er.

„Der Syrieneinsatz der Türkei Anfang September führte zum Frieden, Gleichgewicht und Stabilität in einer Region, die von der Hoffnungslosigkeit übermannt wurde", erklärte Erdoğan und erwähnte, dass die Truppen des Syrien-Regimes die Zivilisten ermutigten sich zu ergeben oder zu sterben.

„Die internationalen Mächte sollten dies nicht mehr tolerieren", bekräftigte er.

Der militärische Einsatz der Türkei in Syrien begann, nachdem die Türkei mehrere Jahre die Weltmächte dazu aufrief eine „Sicherheitszone" entlang der türkisch-syrischen Grenze zu etablieren, um die Daesh und den syrischen PKK-Ableger PYD/YPG aus der Region zu säubern, was zur Eindämmung der Flüchtlingströme führen soll.

Er sagte, dass die Türkei kein Interesse an dem syrischen Territorium und keine Pläne habe dort zu bleiben.

„Wir respektieren die territoriale Integrität Syriens. Syrien gehört dem syrischen Volk, niemand sollte andere Pläne für sie haben."

Präsident Erdoğan beschuldigte auch die Europäische Union ihr Versprechen zum EU-Beitritt der Türkei nicht gehalten zu haben.

Aufruf gegen die Gülenisten

Erdoğan verlangte auch internationale Maßnahmen gegen den Anführer der Terrororganisation FETÖ, Fethullah Gülen, der Drahtzieher des 15. Juli-Putschversuch.

„Ich rufe alle unsere Freunde von diesem Podium auf, rasch die notwendigen Maßnahmen gegen die Gülenisten-Terrorgruppe vorzunehmen, um die Sicherheit ihrer Nationen zu gewährleisten", sagte er der UN-Generalversammlung.

Er fügte hinzu, dass Gülens „Terrornetzwerk" nicht nur die nationale Sicherheit der Türkei bedrohte, sondern auch andere Ländern betroffen sind.

„Es ist offensichtlich, wenn Sie nicht gegen das Gülen-Netzwerk in diesem Stadium kämpfen, es später zu spät sein wird."

Erdoğan erklärte auch, dass er stolz auf die türkische Nation ist, die den Putschversuch verhindert und solch eine edle Haltung gezeigt hat.

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