Çavuşoğlu: Terror betrifft alle Länder gleich

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 26.09.2016 17:10
Aktualisiert 27.09.2016 14:48
AA

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu betonte jetzt in einem Artikel in der US-Zeitung Miami Herald, dass es keinen Unterschied zwischen den Terroranschlägen von New York, Orlando, Brüssel, Paris oder Ankara gebe.

Çavuşoğlu sagte, dass der Terror auf alle Länder überlaufe und somit für jedes Land eine Bedrohung darstellt.

„Egal ob Daesh, PKK oder Al-Qaida, wir müssen gemeinsam in den Kampf gehen", fügte er hinzu. Besonders von den USA erwarte er ausgesprochene Solidarität im gemeinsamen Kampf gegen den Terror.

Weiterhin lobte er die Ereignisse nach dem vereitelten Putschversuch des 15. Julis als „Meilenstein in der türkischen Demokratie". Am 15. Juli versuchte eine Gruppe der Gülenisten-Terrororganisation (FETÖ) die demokratisch gewählte Regierung der Türkei zu stürzen. Der Putschversuch wurde von loyalen militärischen Truppen, zusammen mit Polizeieinheiten und Millionen von türkischen Bürgern, verhindert.

„Sie bombardierten das Parlament noch während der Arbeitszeiten. Sie bombardierten den Präsidentenpalast. Sie wollten den Präsidenten ermorden. Panzer überrollten Menschen, die sich gegen den Coup gestellt hatten. Kampfhelikopter schossen auf unbewaffnete Zivilisten", erinnerte Çavuşoğlu.

Die türkische Regierung sagte, dass der gescheiterte Putsch von den Anhängern der Gülenisten-Terrororganisation (FETÖ) organsiert wurde. Fethullah Gülen, als Anführer der FETÖ, wird beschuldigt mit Hilfe von lang existierenden Kampagnen türkische politische Institutionen unterwandert zu haben. Besonders das Militär und die Polizeieinheiten sollen davon betroffen gewesen sein. 246 Menschen, hauptsächlich Zivilisten, wurden von den Putsch-Soldaten getötet, während mehr als 2.000 Menschen verletzt wurden.

„Die türkische Bevölkerung hat enormen Mut bewiesen, als sie auf die Straße ging, um gegen die Putschisten und für die Demokratie demonstrierten", schrieb Çavuşoğlu.

„Wir haben eindeutige Beweise, dass dieser Putschversuch von der Terrororganisation FETÖ organisiert und von dem in Pennsylvania Fethullah Gülen geleitet wurde", betonte der Außenminister.

Viele der Putschisten hätten gestanden Anhänger der FETÖ zu sein. Genauso seien eindeutige Verbindungen zwischen dem Militär und den Gülen-Anhängern aufgedeckt worden. Darunter seien unter anderem Telefonaufnahmen, auf denen Diskussionen über den geplanten Putsch oder darüber wann auf Zivilisten geschossen oder besetzte Häuser bombardiert werden könnten.

Der türkische Außenminister erwarte nun eine rasche und entgegen kommende Antwort der USA: „Zurzeit ist das unser sensibelstes Thema bezüglich unserer Beziehung zu den USA."

Auch auf die Operation „Schild des Euphrat" ging der türkische Außenminister in seinem Artikel ein: Die Operation zeigen deutlich wie sehr die Türkei gewillt sei, ihre Grenzen zu sichern und vor Terrororganisationen zu schützen.

Am 24. August startete das türkische Militär einen grenzüberschreitenden Einsatz namens „Schild des Euphrat" zusammen mit der US-Koalition und der Freien Syrischen Armee (FSA) in der nordsyrischen Stadt Dscharabulus, um die Region von der Terrororganisation-Daesh zu befreien.

Allerdings könne Daesh nur dann vollständig besiegt werden, wenn Syrien zur Ruhe komme: „Die Türkei wünscht sich ein stabiles, vereintes und demokratisches Syrien. Wir brauchen dringend einen Wechsel."

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen