Ischinger: Situation in Syrien 'ist eine Schande für Europa'

DAILY SABAH MIT DPA
ISTANBUL
Veröffentlicht 27.09.2016 14:41
Aktualisiert 28.09.2016 13:59
DPA

Der Chef der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, sieht Europa bei der Lösung des Syrienkonfliktes in der Pflicht. „Was in Syrien geschieht, ist eine Schande für Europa", sagte Ischinger dem ‚Handelsblatt'.

Es sei einfach, mit dem Finger auf Russen und Amerikaner zu zeigen. Die Europäer hätten völlig versagt, weil sie ihre Verantwortung nicht wahrgenommen hätten. Ischinger forderte, die Kriegsparteien mit politischen und wirtschaftlichen Anreizen zum Einlenken zu bewegen. Von Politikern geforderte Flugverbotszonen ließen sich nur militärisch durchsetzen.

Unter anderem sagte er, dass die Bundesregierung das Vorgehen der syrischen Truppen zu Recht als barbarisch gebrandmarkt hat. „Man muss das mit den Kriegsverbrechen in Sarajewo und Guernica vergleichen", sagte Ischinger.

Ischinger beschuldigte auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin, dass er die letzten Monate des US-Präsidenten Barack Obama ausnutze, um Washingtons Rolle als Polizei der Welt herauszufordern. „Er (Putin) hofft, eine neue Weltordnung zu schaffen", sagte Ischinger.

Er kommentierte auch zum republikanischen US-Präsidentenkandidaten Donald Trump und erklärte, dass falls Trump gewählt würde, er eine „wundervolle Beziehung" mit Putin haben würde.

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