PKK-Drohungen vor Putsch-Konferenz in Deutschland: Hotel sagt ab

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht
Ozan Ceyhun im UETD-Zenter in Nürtingen

Ozan Ceyhun, Berater des türkischen Präsidenten Erdoğan, plante für Sonntag ein Seminar zum gescheiterten Putsch in der Türkei. Eine Veranstaltung zur Information, was am 15. Juli passiert ist, wer da hinter steckt und welche Nachwirkungen es für die türkischen Bürger, Politiker und Außenstehende zu gibt. Kurzfristig wurde Ceyhun abgesagt. Die Verantwortlichen von dem Veranstaltungsort in Ludwigsburg hätten Drohungen von der PKK bekommen. Die Polizei wurde nicht verständigt. Stattdessen wurde die Veranstaltung kurzerhand abgesagt.

„Das ist ein Skandal für die deutsche Demokratie", sagte Ceyhun. Die Union Europäisch-Türkischer Demokraten (UETD) hatte drei weitere Seminare geplant. Weiterhin äußerte sich Ceyhun: „Der Hotelbesitzer hat aufgrund der Drohungen der PKK die Konferenz abgesagt. Der Hotelbesitzer hätte die Situation der Polizei melden können, woraufhin die Polizei die nötigen Sicherheitsvorkehrungen ergriffen hätte."

Schon bei seinem Türkeibesuch letzte Woche hatte der deutsche Außenminister solche Drohungen gemacht. Nun seien diese wohl in Kraft getreten, meinte Ceyhun.

Der Veranstalter und Bezirkschef der UETD Osman Gökalp teilte mit, dass die Konferenz nach der Absage in Mannheim geführt wurde.

Die Vorsitzenden der UETD kritisierten, dass viele zu diesen Vorfällen schweigen würden: „Wäre es nicht um Ozan Ceyhun gegangen, sondern um Can Dündar, hätten sie ihn mit Bodyguards umzingelt."

Can Dündar lebt in Deutschland im Exil. Er ist der ehemalige Chefredakteur der türkischen Oppositionszeitung „Cumhuriyet". Der Zeitung wird Nähe zu der Terrororganisationen PKK und dem Gülenisten-Terrorkult vorgeworfen. Dündar insbesondere soll Staatsgeheimnisse in der Zeitung veröffentlicht und sich somit strafbar gemacht haben. Erst kürzlich wurde ihm ein deutscher Pass von den deutschen Behörden angeboten.

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