Generalstabschef Akar: „Ich kämpfte gegen die Putschisten von Anfang an“

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 01.06.2017 12:20
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Der türkische Generalstabschef Hulusi Akar erklärte, dass er gegen die Putschisten beim Putschversuch am 15. Juli 2016 von dem ersten Moment an kämpfte.

Eine parlamentarische Kommission ist beauftragt worden, die Ermittlungen des fehlgeschlagenen Putschversuchs der Gülenisten-Terrorgruppe (FETÖ) durchzuführen. Am Dienstag präsentierte der Chef der parlamentarischen Kommission Reşat Petek, die Aussagen Akars, die er der Kommission gab. General Akar habe sich laut der Kommission direkt gegen die Putschisten widersetzt. „Es gab keine Verhandlungen mit den Putschisten ", sagte Akar.

Auf die Frage, ob die Informationen, die der türkische Geheimdienst (MIT) erhielt, Hinweise auf einen Putsch aufzeigte, sagte Akar: „Die erhaltenen Informationen wiesen auf keinen Putsch hin, sondern eine Operation gegen den Chef der MIT. Allerdings erhielten wir eine Reihe von Berichten über Entführungen, Selbstmord und mögliche Operationen gegen mehrere Personen. Daher haben wir unter Beachtung der oben genannten Berichte, weitreichende Maßnahmen eingeleitet, um eine eventuell größere Bedrohung zu vermeiden."

Er wurde außerdem gefragt, ob die MIT die FETÖ als Bedrohung betrachtete und vorbeugende Maßnahmen gegen FETÖ-Mitglieder getroffen habe. Akar antwortete, dass man die MIT kontaktierte und detaillierte Sicherheitskontrollen für alle Generäle, Admiräle, Obersten und diejenigen, die Beförderungen im Obersten Militärrat (YAŞ) forderten.

Unter anderem habe Major General Mehmet Dişli behauptet ein Mitglied der FETÖ zu sein. Ihm wird auch vorgeworfen ein Mitglied des FETÖ-Rats zu sein, der den Putschversuch inszenierte.

Akar sagte, dass Disli während der Putschnacht bei ihm war. Dişli teilte zuvor mit, dass er eher ein Opfer als ein Täter sei. Er behauptete, er und Akar hätten versucht die Krise von Anfang an zu bewältigen.

Akar sagte, dass er für die Inhaftierung von Dişli in jener Nacht eine Empfehlung ausgesprochen habe. „Ich habe schließlich erfahren, dass die Inhaftierung durchgeführt wurde". Der Generalstabschef erklärte unter anderem, dass er Dişli aufforderte dort zu bleiben wo er sich befand und nicht mit ihm zum Çankaya Palast zu fliegen. Doch weigerte sich Dişli dort zu bleiben und stieg in den Hubschrauber ein, wobei er gesagt haben soll, er werde mit den notwendigen Leuten kommunizieren, um das Abschießen des Hubschraubers zu verhindern.

In der vergangenen Woche stellte die Kommission einen Bericht über den gescheiterten Putschversuch vom 15. Juli vor. Darin wird Fetullah Gülen für die Tat verantwortlich gemacht. Er soll eine jahrzehntelange Kampagne durchgeführt haben, um die demokratisch gewählte Regierung der Türkei zu stürzen und die Macht im Land zu ergreifen. Der Chef der parlamentarischen Kommission Reşat Petek sagte, dass es keinen Zweifel daran gebe, dass die FETÖ hinter dem gescheiterten Militärputsch steckt. Dabei nannte er Gülen einen „Betrüger", der seit 50 Jahren diesen Übergriff vorbereitet haabe. Petek sagte den Reportern, dass der Bericht zeige, dass Gülens Bewegung für die Vorfälle am 15. Juli klar und deutlich verantwortlich ist. Gülen habe „mehrmals Fälschungen begangen, doch wurde gegen ihn niemals ermittelt. Er erhielt einen grünen [türkischen] Pass mit gefälschten Dokumenten" und die „Dokumente und Beweise, die von unserer Kommission gesammelt wurden, dies bestätigten", so Petek.

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