Türkei bereit zur Hilfe bei diplomatischer Golfstaaten-Krise

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 06.06.2017 12:57
AFP

Präsident Recep Tayyip Erdoğan führte am Telefongespräche mit den arabischen Staaten und Katar bezüglich der diplomatischen Krise und sagte, dass die Türkei bereit sei, ihren Teil zur Lösung der Krise beizutragen.

Laut Präsidentschaftsquellen führte Erdoğan Telefongespräche mit dem katarischen Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani, dem saudischen König Salman bin Abdulaziz Al Saud, dem kuwaitischen Emir Scheich Jaber al-Ahmad al-Sabah und dem russischen Präsident Wladimir Putin und forderte eine diplomatische Lösung bei den kürzlich eskalierten Beziehungen einiger Golfstaaten mit Kuwait.

Präsidentschaftssprecher Ibrahim Kalın veröffentliche zuvor eine Erklärung: „Die Länder in der Region müssten ihre Beziehungen auf der Grundlage von Übereinkunft und Solidarität führen, anstatt die Beziehungen aufgrund unbegründeter Vorwürfe zu belasten."

„In Zeiten, in denen die Region nach Frieden und Stabilität strebt, müssen die Mitglieder des Golf-Kooperationsrats die notwendigen Schritte zur Verwirklichung dieser gemeinsamen Ziele durch Verhandlungen, Dialog und Kommunikation ermöglichen", fügte Kalın hinzu.

Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Ankara mit seinem deutschen Amtskollegen Sigmar Gabriel sagte Mevlüt Çavuşoğlu, dass die Türkei bereit sei zu helfen, man könne die Streitigkeiten auf ein überschaubares Niveau senken.

„Der Dialog sollte unter allen Umständen fortgesetzt werden, damit die bestehenden Probleme friedlich gelöst werden können", sagte er.

Çavuşoğlu drückte das Bedauern der Türkei bezüglich der Entscheidung der Golfstaaten zur Kappung der diplomatischen Beziehungen zu Kuwait aus und unterstrich die Bedeutung der regionalen Einheit und der Solidarität.

„Die Türkei sieht die Einheit und Solidarität der Golfstaaten als ihre eigene Einheit", sagte er.

Am Montag machten Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain, Ägypten und Jemen ihre Entscheidung bekannt, die diplomatischen Beziehungen zu Doha aufgrund von „Bedenken in der nationalen Sicherheit" zu trennen.

Es war nicht sofort klar, wann diese Maßnahmen umgesetzt würden. Saudi-Arabien erklärte, sie würden „sofortige rechtliche Maßnahmen" einleiten, um jeglichen Handels- und Personenverkehr in den Staat Katar auszusetzen.

Die in Abu Dhabi ansässige Ethiad Airways gab bekannt, dass man Flüge nach und von Katar am Dienstag aussetzen werde.

Die Entscheidung verbietet Bürgern aus Saudi-Arabien, den VAE und aus dem Bahrain nach Katar zu reisen, dort zu wohnen oder das Land zu durchqueren. Einwohner und Besucher dieser Staaten müssen innerhalb von 14 Tagen aus Katar abreisen. Katarische Bürger haben ebenfalls 14 Tage Zeit, Saudi-Arabien, die VAE und Bahrain zu verlassen.

Außerdem wurde Katar aus der von den Saudis geführten Koalition, die im Jemen kämpft, ausgeschlossen.

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