Merkel möchte auch nach Incirlik-Abzug enge Kontakte zur Türkei

DAILYSABAH MIT REUTERS
ISTANBUL
Veröffentlicht 07.06.2017 15:59
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Bundeskanzlerin Angela Merkel plädiert auch nach dem Abzug der Bundeswehr aus Incirlik für enge Kontakte mit der Türkei. Es gebe eine Reihe gemeinsamer Interessen etwa bei der Migration und auf wirtschaftlichem Gebiet, sagte Merkel am Mittwoch in Berlin.

"Insofern ist der Gesprächsfaden sehr notwendig." Nachdem das Besuchsrecht der deutschen Parlamentarier in Incirlik ein Dauerstreitthema mit der türkischen Seite gewesen sei, könne man sich nun auf andere schwierige Themen konzentrieren.

Der Abzug sei notwendig, weil Deutschland auf das Besuchsrecht bei den Soldaten nicht verzichten könne. "Ich glaube aber, dass dieser Punkt auch vernünftig gelöst werden kann", sagte Merkel. Sie sehe keine grundsätzliche Belastung des deutsch-türkischen Verhältnisses durch den Abzug. Merkel ergänzte, vor diesem Schritt werde die Bundesregierung die Partner in der Anti-Daesh-Koalition konsultieren. Eine Unterbrechung im Kampf gegen die Daesh müsse vermieden werden.

Die Spannungen zwischen der Türkei und Deutschland stiegen letzte Woche erneut an, nachdem einer deutschen parlamentarischen Delegation der Besuch beim Luftwaffenstützpunkt in Incirlik verwahrt wurde.

Die Türkei beschuldigt insbesondere Deutschland, nicht entschieden genug gegen die Terrororganisation PKK vorzugehen. PKK-Mitglieder dürfen sich in Deutschland weitgehend frei bewegen, Spenden eintreiben und neue Mitglieder rekrutieren. Außerdem wird es PKK-nahen Organisationen regelmäßig erlaubt, Demonstrationen und Veranstaltungen abzuhalten.

Die Türkei beschuldigt Deutschland außerdem, mehreren gesuchten Mitgliedern des Gülenisten-Terrorkults (FETÖ) Zuflucht zu bieten.

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