Gabriel warnt Kurden im Nordirak vor Unabhängigkeitsreferendum

REUTERS
BERLIN
Veröffentlicht 08.06.2017 17:31
Aktualisiert 08.06.2017 17:34
Gabriel warnt Kurden im Nordirak vor Unabhängigkeitsreferendum

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel hat die Kurden im Nordirak nach der Ankündigung ihres Unabhängigkeitsreferendums vor einseitigen Schritten gewarnt.

"Die Einheit des Irak infrage zu stellen, ja sogar Staatsgrenzen neu ziehen zu wollen, ist nicht der richtige Weg und kann eine ohnehin schwierige und instabile Lage nur verschärfen, in Erbil genauso wie in Bagdad", sagte der Minister am Donnerstag.

Er rief alle Beteiligten auf, den Dialog zu suchen, offene Fragen einvernehmlich zu regeln und Konflikte nicht weiter anzuheizen. Dies gelte besonders für Gebiete, die zwischen der Kurdenregierung in Erbil und der Zentralregierung in Bagdad umstritten seien, sagte der Minister, der damit vermutlich auf die Ölstadt Kirkuk anspielte.

"Der Kampf gegen die Daesh ist noch nicht gewonnen", mahnte Gabriel. Nur gemeinsam werde es gelingen, die nächsten Schritte zu gehen und die Herausforderungen zu bewältigen. "Ohne die Bereitschaft zur Zusammenarbeit oder gegeneinander lassen sich diese großen Aufgaben nicht bewältigen", warnte der Minister. "Das darf jetzt nicht leichtfertig aufs Spiel gesetzt werden." Deutschland beliefert die kurdischen Peschmerga mit Waffen und Munition im Kampf gegen die Daesh, hat sich aber stets für den Erhalt des Zentralstaats mit seinen sunnitischen, schiitischen und kurdischen Landesteilen eingesetzt.

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