Haftbefehle für Erdoğans Bodyguards: Türkei beruft US-Botschafter Bass ein

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 16.06.2017 13:29
Haftbefehle für Erdoğans Bodyguards: Türkei beruft US-Botschafter Bass ein

Das türkische Außenministerium rief US-Botschafter John Bass in Ankara ein, um die Haftbefehle gegen die Bodyguards von Präsident Recep Tayyip Erdoğan und andere türkische Staatsbürger zu besprechen.

Der Beschluss der US-Behörden sei nicht unabhängig oder objektiv, teilte das Außenministerium am Donnerstagabend in ihrer Erklärung mit.

Das Außenministerium wies darauf hin, dass dem US-Botschafter gesagt wurde, dass die Entscheidung der US-Behörden falsch und voreingenommen sei und ihr jegliche rechtliche Grundlage fehle. Die handgreiflichen Auseinandersetzungen vor dem Wohnsitz des türkischen Botschafters in Washingtons wären aufgrund des Versagens der US-Sicherheitsbeamten geschehen.

Das Ministerium stellte ferner fest, dass ein solcher Vorfall nicht stattgefunden hätte, wenn die US-Behörden ordnungsgemäße Maßnahmen ergriffen hätten, die sie üblicherweise bei ähnlichen hochrangigen Besuchen einnehme.

„Der Botschafter der Vereinigten Staaten von Amerika in Ankara wurde auch darüber informiert, dass die Toleranz der US-Behörden gegenüber den sogenannten Demonstranten, die sich bis auf wenige Meter an die türkische Residenz mit Flaggen und Symbolen von terroristischen Organisationen näherten unbegreiflich sei. Ebenso die Übergriffe auf unschuldige Bürger, sowie das Fehlen jeglicher Maßnahmen der US-Sicherheitsbeamten. Dagegen steht jegliches Verständnis von Gerechtigkeit", hieß es in der Erklärung, die Entscheidung sei nicht akzeptabel.

Während Erdoğans Treffen mit US-Präsidenten Donald Trump, begannen PKK-Anhänger und einige Demonstranten, am „Lafayette Square Park", nördlich des Weißen Hauses, die armenische Flaggen trugen, Parolen gegen die Türkei und Erdoğan zu rufen.

Eine Gruppe türkischer Staatsbürger, die auch vor Ort war, um Erdoğan und die Türkei zu unterstützen, begannen auf die verbale Belästigung der Gruppe zu antworten.

Als die Auseinandersetzung begann waren auch US-Polizisten und Mitglieder des US-Geheimdienstes anwesend. Die türkischen Staatsbürger wurden von der Polizei vom Platz gedrängt, wobei die PKK-Sympathisanten an ihrem Platz bleiben konnten. Berichten zufolge protestierten die Türken gegen diese Entscheidung.

Nachdem Einwände erhoben wurde, schickte die Polizei die PKK-Anhänger zu einer entfernten Ecke des Parks gegenüber der Botschaft und riegelte die Gegend mit Polizeiband ab. Die Polizei tat dasselbe mit den türkischen Staatsbürgern und schickte sie zu einem Bereich mit direktem Blick auf das Weiße Haus.

Die erste Handgreiflichkeit brach an der türkischen Botschaft aus, als die Anhänger der terroristischen Gruppe Wasserflaschen auf türkische Staatsbürger warfen und damit einen 10 bis15 Sekunden langen Kampf inmitten der Straße auslösten.

Nur zwei Polizeibeamten griffen in die Schlägerei ein und waren sichtlich überfordert, da es außerhalb der Botschaft nur etwa zehn Polizisten gab.

Als Erdoğan beim Botschaftsgebäude ankam, setzten die Demonstranten ihre derben Beleidigungen fort, schrien Parolen und warfen erneut mit Wasserflaschen. Einige türkische Staatsbürger und Bodyguards des Präsidenten griffen ein.

Nachdem dann auch die Sicherheitsbeamten endlich aktiv wurden, konnte die Gruppe zerstreut werden.

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