Türkei-Russland besprechen technische Details des geplanten S-400-Raketensystems

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 06.07.2017 12:14
DHA

Ankara teilte mit, dass die technischen Aspekte des laufenden Abkommens mit Moskau über ein russisches S-400 Langstrecken-Raketenabwehrsystem in der Türkei abgeschlossen seien und nur noch finanzielle Aspekte besprochen werden müssten.

Im Gespräch mit dem staatlichen Sender „TRT", sagte der Verteidigungsminister Fikri Işık am Dienstag, dass sowohl Russland als auch die Türkei, die technischen Einzelheiten des Vertrages geklärt hätten. „Auf der russischen Seite und auch auf der türkischen Seite ist die technische Vorbereitung abgeschlossen, jetzt sind wir in der Endphase. Wir arbeiten an der Finanzverwaltung der Themen. Ich glaube, dass auch dies in den kommenden Tagen geklärt wird", sagte Işık.

Sowohl Präsident Recep Tayyip Erdoğan als auch der russische Präsident Wladimir Putin hatten zuvor ihre Bereitschaft zur Zusammenarbeit über ein Abkommen für ein S-400-Raketenabwehrsystem zum Ausdruck gebracht.

Der russische Präsidentenberater Wladimir Kozhin sagte letzte Woche, dass Moskau und Ankara der Auslieferung von S-400-Raketensystemen zugestimmt hätten, jedoch habe der Kreml noch kein Darlehen für den Deal genehmigt.

Kozhin hatte auch gesagt, dass Russland „keine Hindernisse" bei der Bereitstellung von Raketen in einem NATO-Mitglied sehe.

Der langjährige Wunsch der Türkei, ein Langstrecken-Raketenabwehrsystem zu erwerben, steht seit 2013 auf der Agenda. Die türkische Verteidigungsindustrie (SSM) entschied sich im September 2013 zunächst für die Beschaffung des FD-2000 (HQ-9) Langstrecken-Raketenabwehrsystems von der „China Präzisionsmaschinen Import-Export Kooperation" (CPMIEC).

Obwohl das chinesische Unternehmen im Vergleich zu seinen Konkurrenten im Hinblick auf die Preisgestaltung und den Technologietransfer das beste Angebot gab, hob die Türkei die Entscheidung aufgrund des starken Drucks seitens der NATO im November 2015 auf.

Allerdings sagte der türkische Präsidentensprecher Ibrahim Kalın am 22. Februar, dass er nicht davon ausgehe, dass eine Entscheidung zum Erwerb russischer Raketensysteme, Kontroversen mit der NATO verursachen würde und fügte hinzu: „In diesem Bereich erheben wir drei Kriterien: Preis, Technologietransfer und Lieferzeit. Als souveräner Staat können wir mit jedem Land zusammenarbeiten, das diese Anforderungen erfüllt."

Er fügte hinzu, dass es mehrere NATO-Länder gibt, die bereits Systeme aus Nicht-NATO-Staaten nutzen.

Als NATO-Mitglied setzt Griechenland seit 2007 russische S-300-Raketen auf seiner südlichen Insel Kreta ein. Der Deal wäre der größte seiner Art zwischen der Türkei und Russland.

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