Präsidentensprecher Ibrahim Kalın: Israel sollte Türkische Geschichte lernen

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht 28.07.2017 17:01
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Präsidentensprecher Ibrahim Kalın bekräftigte am Donnerstag Präsident Recep Tayyip Erdoğans Kritik gegenüber Israels Haltung bei der Al-Aqsa-Krise.

Kalın sagte, dass die türkische Nation stolz auf seine Geschichte sei und fügte hinzu, dass alle Religionen, auch vor der osmanischen Zeit, „volle Gebetsfreiheit" im Heiligen Land genossen.

„Diejenigen, die versuchen, unsere Geschichte anzugreifen, sollten sich erst darüber [türkische Geschichte] erkundigen", sagte Kalın zum Nachrichtensender Habertürk.

Am Dienstag kritisierte Erdoğan die jüngsten Sicherheitsmaßnahmen der israelischen Regierung an der Al-Aksa-Moschee. Er forderte die Muslime auf, zum Schutz der heiligen Moschee in Jerusalem beizutragen.

Am selben Tag bezeichnete der Sprecher des israelischen Außenministeriums, Emmanuel Nahshon, Erdoğans Aussagen als „wahnhaft ".

„Die Zeiten des Osmanischen Reiches sind vorbei", sagte Nahshon. „Jerusalem war, ist und wird immer als Hauptstadt des jüdischen Volkes bleiben. Im Gegensatz zur Vergangenheit, ist die Regierung heute dazu verpflichtet, die Sicherheit, Freiheit, Religionsfreiheit und Rechte aller Minderheiten der Stadt zu respektieren."

Kalın antwortete auf die Behauptungen und wies darauf hin, dass die Probleme in der Al-Aqsa, nicht nur zu Spannungen mit der Türkei führen würden, sondern auch zu allen anderen Staaten der Region.

„Das sie von uns erwarten zu schweigen, als ob nichts los wäre, ist unrealistisch", sagte Erdoğans Sprecher zu den Aussagen des israelischen Außenministeriums über die Heilige Stadt Jerusalem vor der Gründung Israels.

Kalın äußerte die Besorgnisder Türkei, über den Versuch Israels den aktuellen Status quo der Al-Aksa-Moschee ändern zu wollen.

„Das palästinensische Volk, die Al-Aqsa-Moschee und Jerusalem sind nicht allein. Wenn Israel ihre derzeitige Politik fortsetzen sollte, werden sie gegen die gesamte muslimische Welt anstehen müssen", sagte Kalın.

Nach einer tödlichen Schießerei in der vergangenen Woche in der Jerusalemer Altstadt, verbot Israel den Zutritt zur Al-Aqsa-Moschee, was zu Entrüstung im Westjordanland führte.

Nach zwei Tagen wurde die Moschee wieder eröffnet, jedoch mit Einschränkungen. Israel installierte Metalldetektoren und Überwachungskameras an den Toren der Moschee. Den Palästinensern zufolge, verfolge diese Aktion das Ziel, den Status quo zu ändern – eine kritische Abwägung zwischen Gebets- und Besuchsrechten.

Die Stadt Jerusalem ist für die drei großen Weltreligionen äußerst wichtig. Die Al-Aqsa-Moschee repräsentiert die drittheiligste Stätte der islamischen Welt.

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