Erdoğan zu Iran-Atomabkommen: Am Ende werden die USA verlieren

DAILY SABAH MIT AFP
ISTANBUL
Veröffentlicht 09.05.2018 14:27
Aktualisiert 10.05.2018 14:05
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat die USA nach ihrem Rückzug aus dem Atomabkommen mit dem Iran vor einer Beschädigung ihrer eigenen Interessen gewarnt.

„Am Ende werden die USA verlieren", sagte Erdoğan in einem Dienstagabend teilweise veröffentlichten CNN-Interview. „Der Iran wird niemals Kompromisse machen bei dieser Vereinbarung und wird sich an diese Vereinbarung halten bis zum Ende."

Erdoğan äußerte zudem die Sorge vor einer weiteren Eskalation in der ohnehin konfliktgeplagten Region. „Wir brauchen keine neuen Krisen in der Region", sagte Erdoğan. Auch wenn die USA als wichtiger Ölproduzent von steigenden Ölpreisen profitieren könnten, würde die Weltwirtschaft darunter leiden. „Viele arme Länder werden noch härter und tiefer getroffen werden", warnte der türkische Staatschef.

Erdoğan kritisierte in dem Interview mit dem US-Sender, das komplett am Mittwoch gesendet werden sollte, scharf den Bruch des Atomabkommens von 2015. „Dies ist nicht, wie internationale Mechanismen funktionieren", sagte er. Internationale Vereinbarungen könnten nicht „nach Lust und Laune annulliert werden", mahnte er. „Wenn ein Dokument deine Unterschrift trägt, musst du es respektieren."

US-Präsident Trump hatte am Dienstagabend den Rückzug der USA aus dem internationalen Atomabkommen und die Wiedereinsetzung aller suspendierten Wirtschaftssanktionen gegen den Iran verkündet. International stieß dies auf scharfe Kritik, nur Irans regionale Rivalen Israel und Saudi-Arabien begrüßten den Schritt. Die Europäer wollen nun mit dem Iran versuchen, das Abkommen zu retten.

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