Erdoğan verurteilt Schließung von Moscheen in Österreich

DAILY SABAH MIT AFP
ISTANBUL
Veröffentlicht
IHA

Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat Österreichs Entscheidung Moscheen zu schließen und dutzende Imame auszuweisen scharf kritisiert. Die Handlungen und Äußerungen des österreichischen Kanzlers würden die Welt in Richtung eines „Krieges zwischen Kreuz und Halbmond" führen, sagte Erdoğan bei einem Fastenbrechen in Istanbul am Samstag.

„Denken Sie wir werden nicht reagieren, wenn Sie so etwas tun?", fügte der türkische Staatschef hinzu. „Wir werden etwas tun müssen", sagte er ohne konkrete Gegenmaßnahmen zu nennen. Die westliche Welt dürfe islamfeindlichen Akteuren keinen Raum bieten.

Die rechtspopulistische Regierung Österreichs hatte am Freitag ihre stark umstrittene Entscheidung bekannt gegeben, insgesamt sieben Moscheen in Österreich schließen zu wollen – einer dieser Moscheen gehört zum türkisch-islamischen Kulturverein Atib.

Kritiker sehen hierbei einen Angriff auf die Institutionen der Muslime in Österreich. Angebliche Verstöße gegen das Gesetz seien nur Vorwand für islamfeindliche Maßnahmen.

Zudem könnten 60 Imame samt ihrer Familien ausgewiesen werden – Grund sei angeblich ihre Finanzierung aus dem Ausland. Innenminister Herbert Kickl von der rechtspopulistischen FPÖ erklärte, es handele sich dabei um Geistliche mit Verbindungen zum türkisch-islamischen Kulturverein Atib. Eine nähere Begründung für den Vorwurf nannte er nicht.

„Seit 2015 gibt es das #Islamgesetz, das dem Kultusamt im Kanzleramt umfassende Möglichkeiten bietet, bei Verdacht auf Verstoß gegen das Gesetz selbst tätig zu werden u d BMI einzuschalten. Das ist unter meinen Vorgängern 3 Jahre lang nicht passiert. Jetzt ändert sich das", kündigte der Rechtspopulist Kurz über Twitter an. Man ziele damit angeblich gegen „die Bildung von Parallelgesellschaften".

In Österreich leben etwa 360.000 Menschen türkischer Herkunft, darunter 117.000 türkische Staatsbürger.

Auf Facebook teilen Auf Twitter teilen