Woodward: Trump verlangte Tötung von Assad

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WASHINGTON
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US-Präsident Donald Trump hat einem neuem Buch des Enthüllungs-Reporters Bob Woodward zufolge 2017 die Tötung des syrischen Regimeherrschers Baschar al-Assad gefordert.

US-Verteidigungsminister James Mattis habe die Forderung allerdings ignoriert, schrieb Woodward in dem Buch "Angst - Trump im Weißen Haus", aus dem die "Washington Post" am Dienstag erste Auszüge veröffentlichte.

Der durch die "Watergate"-Enthüllungen in den 1970er Jahren bekannt gewordene Woodward zeichnet darin ein verheerendes Bild von Trumps bisheriger Amtsführung. So hätten sich Top-Berater des Präsidenten wiederholt über dessen Anordnungen hinweg gesetzt, um Gefahren oder Schaden für das Land einzudämmen.

Trump wies die Darstellungen unmittelbar zurück. Auf Twitter schrieb er, die Mattis und etwa auch seinem Stabschef John Kelly zugeschriebenen Aussagen seien Schwindeleien, die die Öffentlichkeit täuschen sollten. "Es ist nur ein weiteres schlechtes Buch", sagte er der konservativen Online-Webseite "Daily Caller". Mattis erklärte, die fraglichen Worte seien von ihm weder geäußert worden noch in seiner Gegenwart gefallen.

Woodward zufolge sagte Trump Mattis nach einem Giftgasangriff auf Zivilisten in Syrien im April 2017, er wolle, dass Assad getötet werde. "Lasst ihn uns verdammt noch mal töten. ("Let's fucking kill him.") Lass uns da reingehen." Mattis habe daraufhin gesagt, er werde sich darum kümmern. Nachdem er den Telefonhörer aufgelegt habe, habe er aber einem Berater gesagt: "Wir werden nichts davon machen. Wir werden viel bedachter vorgehen." Am Ende sei ein Plan für begrenzte Luftangriffe entworfen worden, der Assad nicht gefährdete.

"Fünft- oder Sechstklässler"

In dem Buch werden auch andere bizarre Vorfälle beschrieben. So habe Trumps ehemals wichtigster Wirtschaftsberater Gary Cohn ein Schriftstück vom Schreibtisch des Präsidenten entwendet, mit dem Trump einen Ausstieg der USA aus einem Handelsabkommen mit Südkorea besiegeln wollte.

An anderer Stelle in dem Buch beschreibt Woodward eine Sitzung des Nationalen Sicherheitsrats. Dort habe Trump die massive Präsenz des US-Militärs in Südkorea hinterfragt – inklusive einer Geheimdienstoperation, die es den USA erlaubt, einen nordkoreanischen Raketenstart binnen sieben Sekunden festzustellen.

Trump habe gefragt, warum sie die USA in der Region überhaupt engagierten. "Wir machen das, um einen Dritten Weltkrieg zu verhindern", habe Mattis geantwortet.

Mattis habe später Vertrauten gesagt, Trump habe das Verständnis eines "Fünft- oder Sechstklässlers" und handele auch so.

Trumps Stabschef Kelly habe über Trump gesagt: "Er ist ein Idiot. Es ist zwecklos, ihn von irgendeiner Sache überzeugen zu wollen. Er ist aus der Spur. Wir sind in einer Stadt der Verrückten. Ich weiß nicht, warum irgendjemand von uns überhaupt hier ist. Dies ist der übelste Job, den ich je hatte."

Allerdings habe auch Trump schlecht über enge Mitarbeiter gesprochen. Über seinen Handelsbeauftragten Wilbur Ross habe er gesagt, dieser sei jenseits seiner Blüte, seinen Verteidigungsminister Jeff Sessions habe er "geistig behindert" genannt.

Der Journalist Woodward hatte mit seinen Enthüllungen zur Watergate-Affäre in den 1970er Jahren mit zum Rücktritt des damaligen US-Präsidenten Richard Nixon beigetragen.

Für sein Buch über Trump versuchte Woodward laut "Washington Post", sich ein umfassendes Bild über die Arbeit im Weißen Haus zu machen. Er habe Hunderte Stunden Interviews mit Beratern, direkten Teilnehmern von Vorfällen und anderen Insidern geführt und sich zudem auf Sitzungsprotokolle, Aufzeichnungen und Regierungsdokumente gestützt.

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