Dreiertreffen in Teheran entscheidet über Schicksal von Idlib

DAILY SABAH MIT AGENTUREN
TEHERAN
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AP

Präsident Recep Tayyip Erdoğan ist am Freitag im Iran eingetroffen, um an dem trilateralen Syrien-Gipfel in Teheran teilzunehmen.

Kurz nach seiner Ankunft kamen Erdoğan und sein iranischer Amtskollege Hassan Rohani noch vor dem Gipfel zu einem dreiviertelstündigen Gespräch zusammen. Danach folgte eine weitere Zweierrunde zwischen Erdoğan und Russlands Präsident Wladimir Putin.

Während des Gipfels werden Erdoğan, Rohani und Putin über eine dauerhafte politische Lösung des Syrien-Konflikts im Rahmen des Astana- Prozesses diskutieren.

Der erste Dreiergipfel hatte am 22. November 2017 in der russischen Stadt Sotschi stattgefunden, wo die Fortschritte der Astana-Friedensgespräche und die Entwicklungen in den Deeskalationszonen in Syrien zu diskutieren.

Das darauffolgende Treffen fand im April 2018 in der türkischen Hauptstadt Ankara statt.

Erdoğan wird zu dem dritten Gipfel dieser Art von Verteidigungsminister Hulusi Akar, Finanzminister Berat Albayrak und Kommunikationschef Fahrettin Altun begleitet.

Vor dem Syrien-Gipfel setzten Kampfjets ihre Angriffe auf Idlib fort. Mindestens elf Bombardements seien von dem syrischen Regime und ihrem Verbündeten Russland im südlichen Teil der Provinz ausgeführt worden, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Dabei seien ein Hauptquartier der Ahrar al-Scham zerstört und ein Mitglied der Gruppe getötet worden. Mehrere Zivilisten wurden demnach verletzt.

Die Provinz Idlib im Nordwesten Syriens ist das letzte große Gebiet des Bürgerkriegslandes, das noch von Oppositionellen beherrscht wird. Dominiert werden diese von dem Al-Kaida-Ableger Haiat Tahrir al-Scham (HTS), der früheren Al-Nusra-Front. Moskau und Teheran sind der Meinung, dass ohne einen Angriff auf die Terrorgruppen in Idlib der Friedensprozess und ein Wiederaufbau Syriens nicht möglich sind.

Beobachter in Teheran spekulieren, dass Putin und Erdoğan einen Kompromiss schließen könnten. Der Iran werde dabei keine große Rolle spielen. Die arabische Tageszeitung «Al-Hayat» meldete unter Berufung auf syrische Oppositionskreise, dass Russland und die Türkei bereits eine Einigung zu Idlib gefunden hätten. Demnach soll die Türkei die Aufgabe übernehmen, Terrororganisationen in Idlib zu bekämpfen und dafür ausreichend Zeit bekommen.

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