Bundesregierung fordert von Saudi-Arabien Aufklärung über Khashoggi

DPA
BERLIN
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Das saudiarabische Konsulat in Istanbul. (AA)

Die Bundesregierung fordert von Saudi-Arabien Aufklärung über das Verschwinden des saudiarabischen Journalisten Jamal Khashoggi in der Türkei.

Sie sei "sehr besorgt" wegen des Verschwindens, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag in Berlin. "Deswegen muss dieses Verschwinden so schnell und gründlich wie möglich aufgeklärt werden. Saudi-Arabien muss sich an dieser Aufklärung in vollem Umfang beteiligen", sagte Seibert. Außenminister Heiko Maas habe mit dem saudiarabischen Botschafter in Berlin bereits über das Thema gesprochen und auch dort die Besorgnis übermittelt, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Der Botschafter war nach den monatelangen Verstimmungen zwischen Saudi-Arabien und Deutschland erst vor kurzem nach Berlin zurückgekehrt.

Konsequenzen gegen die saudiarabische Regierung plant die Bundesregierung derzeit noch nicht. Zunächst gehe es darum, die Vorwürfe aufzuklären, sagte Seibert. Dann werde man das weitere Vorgehen entscheiden, "wenn man Näheres weiß".

Der saudiarabische Regierungskritiker Khashoggi, der in den USA lebte, wird seit einem Besuch des saudiarabischen Konsulats in Istanbul vermisst und soll Medienberichten zufolge dort ermordet worden sein. Mehrere Partnerunternehmen einer Investitionskonferenz in Riad haben ihre Teilnahme wegen des Falles abgesagt.

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