Andacht am Grab des türkischen Mystikers Yunus Emre

DAILY SABAH MIT ANADOLU AGENTUR
ISTANBUL
Veröffentlicht
DHA

In der türkischen Provinz Eskişehir fand am Samstag eine Andacht am Grab des türkischen Volksdichters und Mystikers Yunus Emre (1240 -1321) statt. Beteiligt waren unter anderem Gouverneur Azmi Çelik, Stellvertretender Bürgermeister Hüseyin Erdemir, sowie der Rektor der „Eskişehir Osmangazi Universität" Prof. Dr. Hasan Gönen.

Çelik sagte bei seiner Rede: „Yunus Emre kommt aus der Tradition des Sufismus. Auf dem Pfad des Sufismus war er stets auf der Suche nach Gerechtigkeit und bemühte sich dafür ein vorbildlicher Diener Gottes zu sein. Seine universellen Botschaften haben die Welt erreicht und er fand Erwähnung mit seinem Begriff von Liebe. Für Yunus Emre waren alle Menschen Wert geliebt zu werden. In seiner Welt gab es keinen Platz für Streit, Hass und Wut."

Man müsse, so wie einst Yunus Emre, die Liebe zur Lebensphilosophie machen und gegenüber jedem, unabhängig seiner Sprache, seiner Religion und Herkunft, tolerant sein und Liebe empfinden. Es sei die Pflicht, den nachfolgenden Generationen diese Tugenden nahe zu bringen. Man müsse Menschen erziehen, die niemanden das Herz brechen, die Lebewesen achten und Bescheidenheit zur ihrem Charakterzug machen.

Yunus Emre prägte den anatolischen Humanismus mit seinen zahlreichen Gedichten und Liedern. Seine Werke sind alle überliefert worden und werden zu verschiedenen Sammlungen zusammengefasst.

Er stand nach eigenen Worten „40 Jahre lang" im Dienst eines Mystikers namens „Taptuk-Emre". Danach führte er ein Leben als Derwisch. Seine Gedichte zeichnen sich durch die Gedankenwelt des Sufismus aus und beinhalten auch Traditionen des Neo-Platonismus. Seine Werke gehören zur Pflichtlektüre in der türkischen Oberstufe.

Die UNESCO erklärte das Jahr 1990 zum „Yunus Emre Jahr".

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