Muslime beginnen jährliche Pilgerfahrt „Hadsch“

DAILY SABAH
ISTANBUL
Veröffentlicht
Die Kaaba in Mekka. (AA)

Muslime aus aller Welt beginnen am Mittwoch im saudi-arabischen Mekka die jährliche Pilgerfahrt „Hadsch". Die Behörden des Königreichs erwarten mehr als zwei Millionen Teilnehmer, zehntausende Sicherheitskräfte sollen für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Beim Hadsch handelt es sich um eine mehrtägige Wallfahrt nach Mekka, wo der Prophet Mohammed geboren wurde. Die Reise ist eine der religiösen Pflichten, die jeder Muslim mindestens einmal im Leben erfüllt haben sollte – sofern er gesundheitlich und finanziell dazu in der Lage ist.

Der Hadsch beginnt im letzten Monat des islamischen Kalenders, dem Pilgermonat Dhu l-Hidscha. Zum Höhepunkt des Hadsch findet das Opferfest Eid al-Adha statt.

Das Opferfest erinnert Muslime auf der ganzen Welt daran, Gott zu vertrauen. Für Pilger in Mekka ist das Fest außerdem ein Teil des „Hadsch". Im Gott-Vertrauen ist der Prophet Abraham, vielen Muslimen, Juden und Christen, ein großes Vorbild. Allen drei Religionen ist überliefert worden, dass Abraham aus Liebe und Vertrauen zu Gott bereit war, sein Sohn zu opfern. Gott erlöste ihn jedoch und hielt ihn im letzten Moment von der Tat ab. Abraham opferte stattdessen ein Tier.

In Erinnerung an diese Überlieferung und als Teil des Islams, opfern wohlhabende Muslime jährlich zum Opferfest ein Tier, darunter Ziegen, Schafe, Kühe oder Kamele. Dieses Jahr fallen die Festtage auf den Zeitraum zwischen dem 1. und 4. September. Das Fleisch wird in drei dritteln aufgeteilt: Ein Drittel isst die Familie, ein Drittel bekommt die Verwandtschaft und ein Drittel erhalten bedürftige Menschen.

Aus dem kleinen Nachbarland Katar kommen dieses Jahr kaum Pilger nach Mekka. Saudi-Arabien hatte im Juni maßgeblich die Blockade des Emirats betrieben, dem es enge Kontakte zum regionalen Rivalen Iran und zu Terrororganisationen unterstellt. Die Behörden in Mekka sind auch auf den Ausbruch der Cholera unter den Pilgern eingestellt, die derzeit im benachbarten Bürgerkriegsland Jemen grassiert. Anders als im Vorjahr werden in diesem Jahr wieder Pilger aus dem Iran teilnehmen, der die Hadsch 2016 im Streit mit der saudi-arabischen Regierung boykottiert hatte.

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